FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Mittwoch nach einem nervösen Auf und Ab Verluste verbucht. Die hohe Unsicherheit über den Ausgang der bevorstehenden Wahl in Griechenland sowie die weiteren kaum überschaubaren Probleme der angeschlagenen Eurostaaten belasteten den deutschen Leitindex. Bis zum Nachmittag sank er um 0,87 Prozent auf 6.107,67 Punkte. Der MDax verlor 1,30 Prozent auf 9.913,84 Punkte und der TecDax büßte 0,71 Prozent auf 732,04 Punkte ein.
'Privatanleger sind kaum noch am Markt und die institutionellen halten sich vor der Wahl in Griechenland zurück, denn keiner will seinen Kunden ein Kuckucksei ins Nest legen', sagte Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Der Verfallstermin an den Derivatebörsen am Freitag, wenn unter anderem Futures und Optionen auf Aktien und Indizes auslaufen, spiele dagegen höchstens eine untergeordnete Rolle. 'Es ist in erster Linie der Nebel, den die Politiker verbreiten, der den Investoren den Durchblick nimmt und für hohe Verunsicherung und damit schwankende Märkte sorgt', ist er überzeugt. Dabei verwies er auch auf die Aussage von Italiens Ministerpräsident Mario Monti, dass sein Land keine Euro-Hilfe brauche. 'Da schrillen bei mir alle Alarmglocken, denn derselbe Satz war auch von Griechenland, Irland, Portugal und Spanien zu hören.'
EON-AKTIE ERNEUT FAVORIT IM DAX
Unter den Einzelwerten im Dax waren die Titel der Versorger die Favoriten. Eon gewannen weitere 2,05 Prozent hinzu, nachdem die Aktie bereits tags zuvor nach einer positiven Studie um zwei Prozent gestiegen war. RWE legten um 1,04 Prozent zu. Die Energieversorger wollen rund 15 Milliarden Euro Schadenersatz für den Atomausstieg einklagen, wie die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' berichtet. Allein Eon beziffert seinen Schaden durch die Energiewende in seiner Verfassungsbeschwerde auf mindestens acht Milliarden Euro.
Außerhalb der Dax-Familie meldete Porsche für den Monat Mai einen erneuten weltweiten Verkaufsrekord. Die Aktie reagierte dennoch mit Verlusten und sank um 2,41 Prozent. Insgesamt war die Stimmung für Autowerte an diesem Tag schlecht. Daimler , BMW und VW waren mit Verlusten zwischen 2,45 und 3,39 Prozent im Leitindex die Schlusslichter. Die 'Financial Times Deutschland' berichtete zudem, dass für VW die Integration des Sportwagenbauers Porsche in den Konzern deutlich teurer als geplant werde. Statt der ursprünglich angenommenen 3,9 Milliarden Euro könnte die Übernahme der zweiten Hälfte des operativen Geschäfts der Porsche AG Konzern- und Finanzkreisen zufolge mit rund 4,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen.
FIRST SOLAR BEFLÜGELT SOLARWERTE UND WACKER CHEMIE
Im MDax rückten die Aktien von Wacker Chemie mit plus 1,66 Prozent an die Index-Spitze. Sie profitierten wie die Titel von Solarworld und SMA Solar im TecDax davon, dass der US-Photovoltaikkonzern First Solar wegen überraschender zahlreicher Neuaufträge die für Oktober geplante Schließung zweier Werke in Frankfurt/Oder auf Dezember verschoben hat. SMA legten daraufhin an der TecDax-Spitze um 2,53 Prozent zu, Solarworld gewannen 0,50 Prozent./ck/gl
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---
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