FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Sorgen um Spanien und Italien haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag belastet. Nach einer Berg- und Talfahrt schloss der Dax 0,23 Prozent tiefer bei 6.138,61 Punkten. Für den MDax ging es um 0,51 Prozent auf 9.931,25 Punkte abwärts. Der TecDax verlor 1,51 Prozent auf 722,86 Punkte.
Wie die Handelstage zuvor hätten Unsicherheit und Skepsis den Markt unter Druck gesetzt, schrieb Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Am Mittwochabend hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Spaniens abgestuft. Für Kursschwankungen sorgte zudem der am Freitag anstehende Verfall an den Terminbörsen, der sogenannte Hexensabbat, meinten Händler. Nach leicht positiven Vorgaben aus den USA machte der Dax aber zumindest einen Teil der Verluste wett. Börsianer begründeten das mit Spekulationen über eine Lockerung der Geldpolitik in den USA, nachdem die Arbeitsmarktdaten schlechter als gedacht ausgefallenen waren.
AUTOWERTE WERDEN WEITER VERKAUFT
Autowerte zählten zu den größten Verlierern. Am Vortag bereits hatte der weltgrößte Kugellager-Hersteller SKF vor einem schwachen zweiten Quartal gewarnt und damit den Sektor belastet. Nun machten sich am Markt laut Händlern Sorgen über die Gewinnentwicklung von Daimler breit. Die Citigroup senkte das Kursziel für die Papiere. Das quittierte der Markt mit einem Minus von 1,96 Prozent. BMW-Aktien verloren 2,63 Prozent.
Die Papiere von Kabel Deutschland drehten im Tagesverlauf ins Plus und gewannen 0,68 Prozent. Der Kabelnetzbetreiber hatte Händlern zufolge die Analystenprognosen im abgelaufenen Geschäftsjahr erfüllt. Allerdings wolle das Unternehmen nun mehr ins Wachstums investieren als gedacht und die Dividende für 2012/13 wohl nicht anheben. Das dürfte den Kurs zunächst belastet haben, kommentierten Analysten den morgendlichen Kursrutsch. Die Tags zuvor deutlich angesprungenen Deutz-Papiere setzten hingegen am MDax-Ende um 5,45 Prozent zurück. Analyst Stefan Augustin von Kepler Equities rechnet nach der jüngst angekündigten Aufstockung des Anteils durch Volvo nicht mit weiteren Käufen.
CENTROTHERM BRECHEN EIN
Einen Kurssturz von 26,47 Prozent mussten Centrotherm hinnehmen. Aufgrund der anhaltend schlechten Marktlage und der daraus resultierenden angespannten Finanzierungssituation würden Warenlieferungen an das Unternehmen zukünftig nicht weiter versichert, teilte der auf die Solarbranche spezialisierte Maschinenbauer mit. Der Vorstand erwarte einen negativen Liquiditätseffekt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Hinzu kommen laut Händlern weitere negative Berichte aus der Branche. So fallen die Preise für Solar-Komponenten dem Branchendienst PV Insights zufolge weiter wegen der Überversorgung des Marktes. Nach einer Abstufung durch die Privatbank Berenberg verloren die Aktien von Dialog Semiconductor mehr als acht Prozent.
Der EuroStoxx 50 stieg um 0,22 Prozent auf 2.148,21 Punkte. In Paris legte die Börse leicht zu, während in London Verluste verzeichnet wurden. In den USA gewann der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss knapp ein Prozent.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,25 Prozent (Mittwoch: 1,24 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 133,47 Punkte. Der Bund Future verlor 0,29 Punkte auf 141,84 Punkte. Der Eurokurs stieg über die Marke von 1,26 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2551 (1,2534) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7968 (0,7978) Euro./mis/wiz
--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---
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