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Aktien Frankfurt: Dax moderat höher - Klare Richtung fehlt vor US-Zinsentscheid

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach drei Gewinntagen in Folge hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch mit einer klaren Richtung schwer getan. Börsianer zufolge stand Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble zu einer gemeinsamen europäischen Finanzpolitik die Zurückhaltung vor dem US-Zinsentscheid am Abend gegenüber. Am Nachmittag notierte der Dax 0,19 Prozent höher bei 6.375,54 Punkten. Die vergangenen Tage hatten der wie erhofft positive Wahlausgang in Griechenland und die Hoffnung auf Maßnahmen der Notenbanken zur Stimulierung der Wirtschaft die Börsen gestützt. Der MDax stieg um 0,63 Prozent auf 10.362,03 Punkte, während der TecDax 0,45 Prozent auf 743,39 Punkte gewann.

In einer Vorabmeldung der Wochenzeitung 'Die Zeit' sagte Schäuble, Europa werde seiner Einschätzung nach schon bald eine gemeinsame Finanzpolitik bekommen. Es werde 'schneller, als das noch vor Kurzem vorstellbar gewesen wäre', gehen, zitierte das Blatt aus dem Interview. Zudem soll in Griechenland laut Kreisen der Staatspräsidentschaft der Chef der Konservativen, Antonis Samaras, an diesem Nachmittag das Mandat zur Bildung einer Regierung erhalten.

Einige Experten verweisen allerdings darauf, dass der Fokus der Anleger auf der Zinsentscheidung in den USA am Abend liege. Vor der Sitzung der Federal Reserve (Fed) könnten nun einige Anleger vorsichtig agieren und Gewinne mitnehmen. LBBW-Investmentanalyst Ralf Herre sprach von einer 'Verschnaufpause' an den Märkten. Händler Markus Huber von ETX Capital verwies zudem darauf, dass die Ergebnisse des G20-Treffens der führenden Wirtschaftsnationen in Mexiko erwartungsgemäß ausgefallen seien und die Abschlusserklärung zum weiteren Vorgehen in der europäischen Schuldenkrise enttäuscht habe.

ALLIANZ NACH ZUKAUF FEST - HENKEL UND BEIERSDORF AM DAX-ENDE

Die Aktien der Allianz gewannen als einer der besseren Dax-Titel 1,28 Prozent auf 75,96 Euro. Sie reagierten damit positiv darauf, dass der Konzern sein Engagement in Belgien mit der Übernahme des Versicherungsgeschäfts von Mensura stärkt. Kepler-Analyst Fabrizio Croce sprach von einem kleineren Zukauf, der im Zusammenhang mit den neuen Kapitalregeln für Versicherer (Solvency II) zu sehen sei. Händler begründeten das Plus allerdings vor allem mit einem Exklusivbericht der 'Financial Times Deutschland', wonach die EU die Regeln noch entschärfen könnte. Versicherer hatten die angestrebten Regeln scharf kritisiert.

Die K+S-Titel stiegen um 2,80 Prozent. Zum offiziellen Produktionsstart in einer kanadischen Mine habe Konzernchef Norbert Steiner an seiner Politik Preis-vor-Umsatz festgehalten, sagte Equinet-Analyst Michael Schäfer. Er verwies auch auf die Verbesserung der fundamentalen Verfassung des Mais-Marktes, die positiv für den Salz- und Düngemittelhersteller wirke. Für die Papiere der Konsumgüterhersteller Henkel und Beiersdorf ging es am Indexende um 2,33 respektive 1,29 Prozent nach unten. Händler machten dafür die gesenkte Quartalsprognose des US-Konkurrenten Procter & Gamble (P&G) verantwortlich, die auf die Stimmung drücke.

DEUTSCHE WOHNEN SEHR FEST: BEZUGSPREIS FÜR KAPITALERHÖHUNG

Ansonsten führten Analystenkommentare zu Bewegung im deutschen Leitindex. Die Anteilsscheine der Deutschen Telekom legten nach einer Hochstufung durch das US-Analysehaus Bernstein Research um 1,46 Prozent zu. Analystin Robin Bienenstock traut der Aktie nun eine überdurchschnittliche Entwicklung zu und erhöhte auch das Kursziel, da die Telekom 'teutonische Sicherheit mit spannenden Kurstreibern' biete. Beim Energiekonzern Eon sorgte eine Kaufempfehlung der japanischen Bank Nomura für Kursgewinne von 2,39 Prozent. Aussagen von Unternehmenschef Johannes Teyssen in der 'Zeit', wonach der Marktanteil des Versorgers in Deutschland 'zwingend und nachhaltig sinken' wird, klangen für Experten wenig überraschend.

Für die Papiere von Deutsche Wohnen ging es nach der Bekanntgabe von Einzelheiten zu einer Kapitalerhöhung um deutliche 3,80 Prozent auf 12,155 Euro hoch, womit sie einen der vorderen Plätze im MDax einnahmen. Der im MDax notierte Immobilienkonzern will mit der Kapitalerhöhung zur Übernahme von BauBeCon und anderer Unternehmen rund 460 Millionen Euro einsammeln. Den Bezugspreis für die bis zu 43,8 Millionen neuen Aktien setzte das Unternehmen am Vorabend auf 10,50 Euro je Anteilsschein fest. 'Dass der Bezugspreis am oberen Ende der Erwartungsspanne liegt, wirkt sich positiv auf die Aktie aus', schrieb ein Händler. Es lohne ein Blick auf die Bezugsrechte, die an den vergangenen Tagen deutlich unter dem fairen Wert von 0,52 Euro je Aktie gehandelt worden seien. Diese waren zum Handelsschluss am Dienstag bei 0,350 Euro gehandelt worden und verdoppelten ihren Wert auf 0,700 Euro./gl/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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