FRANKFURT (dpa-AFX) - Verstärkte Konjunktursorgen dürften dem deutschen Aktienmarkt am Freitag weitere Verluste bringen. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax deutete gegen 8.05 Uhr eine 0,76 Prozent schwächere Eröffnung des deutschen Leitindex an, der am Donnerstag nach einer mehrtägigen Erholung erstmals wieder nachgegeben hatte. Anhaltend schwache Wirtschaftsdaten und der Kater der Anleger nach dem Nein der US-Notenbank zu einer weiteren Runde geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen (QE3) sorgten für Druck auf risikobehaftete Anlagen wie Aktien, sagte Stan Shamu von IG Markets.
Die Vorgaben fielen entsprechend negativ aus: Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor wegen der weltweiten Konjunktursorgen 1,12 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vortag. Auch die asiatischen Märkte und insbesondere China tendierten wieder schwach, wobei Rohstoffwerte besonders unter Druck standen. Das dürfte auch zu einem kleinen Ausverkauf bei deutschen Aktien führen, so Shamu. Im Tagesverlauf sollte vor allem das ifo-Geschäftsklima für Bewegung sorgen. Zudem treffen sich die EU-Finanzminister in Luxemburg.
MOODY'S STUFT BANKEN AB - BAYER MIT XARELTO-NEWS IM BLICK
Bankenaktien standen mit einem Rundumschlag von Moody's gegen die Branche im Fokus. Die Ratingagentur blickt vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise und einer lahmenden US-Wirtschaft mit erhöhter Sorge auf die Bankenwelt. Besonders jene Häuser, die auf den weltweiten Finanzmärkten ein großes Rad drehen, bereiten den Experten Kopfzerbrechen. Moody's hat die Konsequenzen gezogen und 15 dieser Finanzkolosse herabgestuft. Darunter sind auch die Deutsche Bank und mehrere namhafte US-Institute. Bei Lang & Schwarz büßten die Titel des deutschen Branchenprimus vorbörslich knapp zwei Prozent ein, die Commerzbank-Papiere verloren etwas weniger. 'Da Moody's aber schon vor Tagen angekündigt hatte, das Rating für die Deutsche Bank zu senken, kommt das nicht überraschend und sollte sich letztlich nur moderat negativ auf die Deutsche-Bank-Aktie auswirken', sagte ein Händler.
Die Aktien von Bayer verloren nach einem negativen Bericht zum Medikament Xarelto vorbörslich mehr als ein Prozent. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg erhielten der Pharma- und Chemiekonzern und sein US-Partner Johnson & Johnson von der US-Gesundheitsbehörde FDA keine erweiterte Zulassung für das Thrombosemittel zur Verhinderung von Herzinfarkten. Ein Händler erinnerte indes daran, dass sich ein FDA-Expertengremium bereits im Mai mit knapper Mehrheit gegen eine solche Anwendung ausgesprochen hatte. Daher könnte sich die negative Kursreaktion in Grenzen halten./gl/ag
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