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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Weitere Verluste - Konjunktursorgen belasten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Verstärkte Konjunktursorgen haben am Freitag zu weiteren Verlusten am deutschen Aktienmarkt geführt. Dazu passte, dass sich das ifo-Geschäftsklima, das die Stimmung in der deutschen Wirtschaft misst, im Juni zum zweiten Mal nacheinander eingetrübt hat - und zwar deutlicher als von Volkswirten erwartet. Der Dax gab in der ersten Handelsstunde um 1,33 Prozent auf 6.260,00 Punkte nach. Damit knüpfte der Leitindex an seine Entwicklung vom Vortag an, als er nach einer mehrtägigen Erholung erstmals wieder im Minus geschlossen hatte. Für den MDax ging es am Freitagmorgen um 1,58 Prozent auf 10.208,23 Punkte bergab und der TecDax sank um 1,46 Prozent auf 736,91 Punkte.

Anhaltend schwache Wirtschaftsdaten und der Kater der Anleger nach dem Nein der US-Notenbank zu einer weiteren Runde geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen (QE3) sorgten für Druck auf risikobehaftete Anlagen wie Aktien, sagte Stan Shamu von IG Markets. Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sah zudem die Abstufung zahlreicher Banken durch Moody's als Belastung. Die Ratingagentur blickt wegen der europäischen Schuldenkrise und einer lahmenden US-Wirtschaft mit erhöhter Sorge auf die Bankenwelt. Besonders jene Häuser, die auf den weltweiten Finanzmärkten ein großes Rad drehen, bereiten den Experten Kopfzerbrechen. Moody's zog daher die Konsequenzen und stufte 15 dieser Finanzkolosse herab.

Die Vorgaben aus Übersee negativ aus: Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor wegen der weltweiten Konjunktursorgen 1,03 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vortag. Auch die asiatischen Märkte tendierten wieder schwach, wobei Rohstoffwerte besonders unter Druck standen. Auf der Tagesagenda steht zudem ein Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg.

DEUTSCHE BANK BESSER ALS MARKT: 'ABSTUFUNG ÜBERRASCHTE NICHT'

Die Aktien der Deutschen Bank , die von dem Rundumschlag von Moody's gegen die Bankenbranche betroffen waren, büßten lediglich marktkonforme 1,11 Prozent auf 28,465 Euro ein und hielten sich damit besser als der Markt. Börsianer wiesen darauf hin, dass die Amerikaner bereits vor Tagen eine Ratingsenkung für die Deutsche Bank angekündigt hätten und diese daher keine Überraschung sei. Für die Titel der Commerzbank , die von dem Moody's-Schritt selbst nicht betroffen war, ging es um 0,71 Prozent nach unten.

Die Aktien von Bayer sanken nach einem negativen Bericht zum Medikament Xarelto um deutlichere 1,85 Prozent auf 53,20 Euro. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg erhielten der Pharma- und Chemiekonzern und sein US-Partner Johnson & Johnson von der US-Gesundheitsbehörde FDA keine erweiterte Zulassung für das Thrombosemittel zur Verhinderung von Herzinfarkten. Ein Händler erinnerte indes daran, dass sich ein FDA-Expertengremium bereits im Mai mit knapper Mehrheit gegen eine solche Anwendung ausgesprochen hatte. Daher halte sich die negative Kursreaktion in Grenzen.

UMSTUFUNGEN BEWEGEN FRAPORT UND DÜRR

Die Papiere der Deutschen Telekom gewannen nach der Ankündigung eines drastischen Stellenabbaus und einer positiven Studie 0,71 Prozent und waren damit Spitzenreiter im Dax. Bis 2015 sollen 40 Prozent der Arbeitsplätze in der Bonner Zentrale wegfallen, sagte ein Sprecher. Die Schweizer Bank UBS nahm die Aktie derweil in ihre 'Most Preferred List' auf.

Auch im MDax sorgten Analystenkommentare für Bewegung bei Einzelwerten. Die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport legten als einer der wenigen Gewinner um 1,33 Prozent zu, nachdem die Frankfurter Investmentbank Equinet sie von 'Accumulate' auf 'Buy' hochgestuft hatte. Analyst Jochen Rothenbacher schrieb, nach dem jüngsten Kursrückgang sehe er nun eine gute Kaufgelegenheit für die Titel. Bei Dürr ließ hingegen eine Abstufung durch die Deutsche Bank auf 'Hold' die Papiere um 2,37 Prozent sinken. Nach der für den Markt wohl nicht überraschenden Ausblicksanhebung habe die Aktie des Anlagenbauers nun nicht mehr viel Luft nach oben, begründete Analyst Tim Rokossa seinen Schritt./gl/ag

Kursinformationen

17.05. 22:40 außerbörslich USA 15.354,40 Pkt. Chart
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