Die Zeiten des großen Pomps sind vorbei. Seinen 60. Geburtstag wird Wendelin Wiedeking heute im kleineren Kreis feiern. Vor zehn Jahren, zum 50., da war er einer der erfolgreichsten Autobosse in Deutschland. Er hatte aus dem Pleitekandidaten Porsche den profitabelsten Autobauer der Welt gemacht.
Seine Presseabteilung schenkte ihm damals ein Buch. Darin analysieren und interpretieren neben dem Manager selbst 16 namhafte Autoren das „Davidprinzip“: Gerhard Schröder und Hans-Olaf Henkel, Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser. Wer wollte, konnte in Wiedekings Beitrag die Anleitung sehen, wie ein kleiner Flinker einem Riesen überlegen ist - und wie Porsche drei Jahre später Europas größten Autohersteller VW attackieren sollte.
Nun war Wiedeking von Statur her nie ein David und sein Gegenspieler Ferdinand Piëch nie ein Goliath. Am Ende aber war der alte VW-Patriarch flinker und cleverer; Wiedeking war Piëch nicht gewachsen. Ausgerechnet der Porsche-Enkel selbst lieferte die Erklärung dafür, als ein Student ihn bei einer Gastvorlesung in Wien fragte, was Wiedeking falsch gemacht habe.
„Wir waren nicht so weit auseinander. Aber er wollte die Macht und ich auch“, antwortete der VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer. Piëch war als Porsche-Aufsichtsrat stets über alle Schritte von Wiedeking informiert, hatte auch für den Angriff auf Volkswagen gestimmt, wenn nicht sogar ihn mit inszeniert. Doch Wiedekings Ego war letztlich zu groß, um sich dem wirklich Mächtigen in dem Spiel, Ferdinand Piëch, u
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