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Weltwirtschaftlicher Preis 2013 an Gro Harlem Brundtland verliehen

KIEL (dpa-AFX) - Die frühere norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland ist am Sonntag in Kiel mit dem Weltwirtschaftlichen Preis ausgezeichnet worden. Zudem ehrte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) den amerikanischen Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Joseph E. Stiglitz, und den ehemaligen afrikanischen Mobilfunkunternehmer Mo Ibrahim.

Mit dem undotierten Preis würdigen das Institut für Weltwirtschaft, die Stadt Kiel und die Industrie- und Handelskammer seit 2005 jährlich je einen herausragenden Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer, die sich als Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen Gesellschaft verdient gemacht haben.

Brundtland ist seit 2007 UN-Sonderbeauftragte für Klimafragen. Ein in den 80er Jahren unter ihrer Leitung entstandener UN-Bericht prägte den Begriff der Nachhaltigkeit in Bezug auf die Nutzung von Rohstoffen und Generationengerechtigkeit. 1981 wurde die Sozialdemokratin Norwegens erste Ministerpräsidentin und war dies mit Unterbrechungen bis 1996. 'Sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man durch das Schaffen der richtigen Rahmenbedingungen Wohlstand und Gerechtigkeit auf der Welt mehren kann', sagte IfW-Präsident Dennis Snower in seiner Laudatio.

Stiglitz erhielt 2001 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Forschung zu asymmetrischen Informationen auf Märkten. Neben seiner Tätigkeit für die Clinton-Administration (1993-1997) und die Weltbank (1997-2000) hat er sich vor allem mit seinen kritischen Büchern immer wieder in die Wirtschaftspolitik eingemischt. 'Seine Arbeit trägt dazu bei, die Gründe für das Nichtfunktionieren von Märkten zu erkennen', sagte Snower.

Dritter Preisträger ist der im Sudan geborene und in Ägypten aufgewachsene Unternehmer Mo Ibrahim. Nach dem Verkauf seiner Mobilfunkfirma Celtel für 3,4 Milliarden US-Dollar hat sich Ibrahim zum Ziel gesetzt, gute Regierungsführung und damit auch wirtschaftliche Entwicklung in Afrika zu fördern. Dafür gründete er 2006 die Mo-Ibrahim-Stiftung, die er selber leitet. Sie vergibt jährlich einen Preis an vorbildliche ehemalige Staatschefs in Afrika. 'Mo Ibrahim zeigt, wie man Anreize setzen kann, damit die richtigen Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Prosperität entstehen', sagte Snower.

In seiner Festrede mahnte Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank und früherer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, mehr Tempo bei den Reformbemühungen im Finanzsektor an. Dieses habe angesichts sich beruhigender Märkte abgenommen. Notwendig sei die schnelle Einführung einer Bankenunion in Europa und eines grenzüberschreitenden Rahmens für die Abwicklung nicht lebensfähiger Banken.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) würdigte alle drei Preisträger als Persönlichkeiten, die für die Probleme einer globalisierten Welt ihre globale Expertise einbrächten. 'Und die können wir gut gebrauchen', sagte Albig. Kiels Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) sagte, die diesjährigen Preisträger stünden für entscheidende Impulse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Mit dem Preis wurden zuvor unter anderem bereits Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD), der frühere Porsche-Manager Wendelin Wiedeking und 2012 der frühere finnische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari ausgezeichnet./akl/DP/he

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