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Wenn Banken wanken

Der OnVista-Börsenfuchs
Wenn Banken wanken

Hallo, Leute! Aus einer Bankenkrise wird eine (Euro-)Finanzkrise. Große Institute müssen mit massiver staatlicher Unterstützung gerettet werden. Die Zentralbanken übernehmen die Risikosteuerung. Die Schaffung von Hyper-Liquidität, vereinfacht als Geld-Drucken bezeichnet, löst eine beispiellose Null-Zins-Phase aus. Die Aufräumarbeiten in der Kreditwirtschaft werden von einer schier unglaublichen Welle von Verfahren und staatlich initiierten Prozessen begleitet. Fast täglich berichtet die Presse über Strafen für namhafte Großbanken in Milliarden-Höhe. Zuletzt haben die Nachrichten von einer neuen Bankenkrise in Portugal an den Börsen die Sorge wieder erweckt, dass die Finanzkrise ein latenter Gefahrenherd für ganz Europa bleibt. Zumindest teilweise geblieben sind übrigens die geradezu sagenhafte Bezahlung von Top-Managern großer Banken und die sündhaft hohen Boni für ihre erfolgreichen Händler. Krass, ne?

Die höchst angesehen Bankiers vergangener Zeiten, die Vorläufer unserer Banker, würden im Grab Pirouetten drehen, könnten sie den Absturz der modernen „Financial Industry“ mitverfolgen. Und ich werde nie die Diskussion mit einer vornehmen hanseatischen Lady im Alter von geschätzten 80+ vergessen, der ich klar machen wollte, dass sie sich heutzutage selbst mit Kapitalanlagen beschäftigen und die Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung treffen müsse. Sie antwortetete darauf mit einer leicht zittrigen, aber doch kraftvoll-starken Stimme: „Ach wissen Sie, ich hab keine Lust, mich in meinem hohen Alter noch zu einem Selbstentscheider zu entwickeln, wie Sie es vorschlagen. Ich möchte lieber Zeiten verleben wie früher, als mein verstorbener Gatte und ich zu unserem Banker gegangen sind, um ihn zu bitten, er möge den Betrag XY in unserem Interesse sinnvoll anlegen. Das hat er dann getan.“

Auch die Börsianer von heute stellen wieder die Vertrauensfrage: Jetzt hat man die größte portugiesische Geschäftsbank im Visier. Auslöser war die Verschiebung der Rückzahlung von Geldmarktpapieren des Konglomerats Espirito Santo International, dem Hauptaktionär der größten börsennotierten Bank in Portugal. Das schlug Wellen in ganz Südeuropa. Stinkt’s da wirklich? Egal. Mir bestätigt der Vorgang, dass man besser die Finger von Bankaktien lässt - es sei denn, für’s Zocken oder man hat gaaanz lang Zeit. Ich bin zwar absolut der Meinung, so ne richtige Bankenkrise, ich meine eine echte Katastrophe werden wir nicht kriegen. Das müssen und werden Regierungen und Zentralbanken mit allen Mitteln verhindern. Logo. Denn sonst ginge wohl unser ganzes Wirtschaftssystem kaputt.  Aber mit weiteren schlechten Nachrichten aus der Geld-Branche, die „kursrelevant“ sind, sollten wir schon rechnen! boersenfuchs@onvista.de

Hinweis: Die Inhalte des „OnVista-Börsenfuchs“ dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder.

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