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Wirtschaftsweiser Bofinger fordert Finanzstabilitätsmandat für EZB

WIEN (dpa-AFX) - Für den deutschen Wirtschaftsweisen Peter Bofinger ist das Preisstabilitätsmandat der Europäischen Zentralbank (EZB) 'viel zu eindimensional'. 'Wir brauchen ein neues Mandat für die EZB. Das muss die Finanzstabilität inkludieren. Die EZB ist in der Vergangenheit mit Scheuklappen durch die Welt gelaufen', sagte das Mitglied des deutschen Sachverständigenrates der österreichischen Tageszeitung 'Standard' (Freitag). Seiner Meinung nach soll die EZB länderspezifische Eigenkapitalanforderungen für Banken festlegen. 'Sie muss sich die Kreditentwicklung gezielt ansehen, auch auf Ebene der einzelnen Länder. Dann muss man etwa die Zinsen erhöhen oder länderspezifische Risikogewichte einführen und die Banken zu mehr Kapitalhaltung verpflichten', sagte er. Damit wären Kredite in Irland und Spanien mit einem doppelten Risikogewicht versehen worden. Die vergangenen zehn Jahre hätten gezeigt, dass nationale Bankenaufsichten keine gute Lösung für eine Währungsunion seien. 'Die EZB ist die einzige handlungsfähige Institution gewesen. Wenn die Zentralbank die Banken in den Problemländern nicht refinanzieren würde, hätten diese schon zumachen müssen.' Die EZB habe in der Amtszeit von Jean-Claude Trichet (2003 bis 2011) ihr Inflationsziel von 2 Prozent erreicht, 'aber gleichzeitig ist der Zentralbank doch die Währungsunion um die Ohren geflogen'. Hinter den Inflationszahlen sei ein Kreditzyklus in Gang gewesen. 'Die EZB war dafür blind', betonte der in Würzburg lehrende Ökonom. Auf das griechische Votum gegen die Sparpolitik sollte die Eurozone seiner Ansicht gelassen reagieren: 'Jetzt die Prinzipientreue durchzusetzen und kein Geld mehr nach Griechenland zu schicken, halte ich nicht für zielführend. Am Ende hätte der Euroraum den Schaden'. Er sehe die Gefahr einer Kettenreaktion, dass dann auch andere Länder unter Druck kommen würden. Man brauche für Griechenland 'eine Lösung, bei der beide Seiten das Gesicht wahren können, etwa indem Programme vorgestellt werden, mit denen die Jugendarbeitslosigkeit gesenkt wird.' In den Problemländern hätten die jüngsten Sparmaßnahmen die Konjunktur abgewürgt. 'Wir agieren viel zu prozyklisch, die Problemländer sparen sich zu Tode.'/cri/APA/he

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