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WOCHENAUSBLICK: Dax könnte weiter nachgeben - Geldpolitik und Alcoa im Fokus

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt dürften auch in der neuen Wochen die Molltöne überwiegen. Zwar sollten Dividendenwerte weiter von der Suche nach erträglichen Renditen profitieren, doch die weltweiten Krisen können den Anlegern jederzeit wieder einen Nackenschlag verpassen. Fraglich ist zudem, ob der Aluminiumkonzern Alcoa am Mittwoch für einen guten Start in die US-Berichtssaison sorgen kann. Und nicht zuletzt sollte der Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik der USA weiter recht holprig verlaufen, wohingegen die Europäische Zentralbank (EZB) erst einmal vor weitreichenden Stützungsmaßnahmen zurückschreckt.

Gegenwind für den deutschen Leitindex Dax kommt überdies von Seiten der Konjunktur. Zwar genieße das gerade begonnene Schlussquartal unter Anlegern traditionell einen guten Ruf, schrieb Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Helaba. Dennoch gebe es wenig Hoffnung auf nachhaltig steigende Kurse: "Die Frühindikatoren für Deutschland und die Eurozone befinden sich seit Monaten im Rückwärtsgang." Eine Wende zum Besseren sei derzeit noch nicht in Sicht. Selbst in den USA scheine die Konjunkturstimmung zuletzt ihren Höhepunkt erreicht zu haben.

EZB LÄSST SICH MIT ANKAUF VON STAATSANLEIHEN NOCH ZEIT

Im Euroraum indes stemmt sich die Europäische Zentralbank mit neuen Maßnahmen gegen Wachstumsschwäche und Niedriginflation. Dazu wird die Notenbank ab Mitte Oktober mit Forderungen gedeckte Anleihen (Covered Bonds) kaufen und ab dem vierten Quartal zusätzlich Kreditverbriefungen (ABS). Damit soll Banken der nötige Anreiz gegeben werden, ihr restriktives Kreditgeschäft zu lockern.

Von breit angelegten Staatsanleihekäufen (Quantitative Easing,QE) hingegen wird die Europäischen Zentralbank erst einmal absehen. "Die EZB wird sich mit einem 'echten QE-Programm' Zeit lassen", schrieb Analyst Dirk Gorny von der Essener National-Bank. Denn dies sei ihr allerletztes Mittel, um noch mehr Geld zur Stützung der Wirtschaft in den Markt zu pumpen. "So weit sind wir noch nicht, auch wenn sich die Wachstumsperspektiven 'gefühlt' jeden Tag verschlechtern." Übersehen sollte man bei dem derzeit vorherrschenden Pessimismus nicht, dass es in Irland, Portugal und Spanien Wachstum gebe.

US-BERICHTSSAISON KÖNNTE ENTTÄUSCHEN

In der neuen Woche rücken dann auch wieder Konjunkturnachrichten aus den USA in den Fokus. Da die Börsen hierzulande am letzten Tag der laufenden Woche wegen der Einheitsfeierlichkeiten geschlossen bleiben, können die Anleger erst am Montag auf den wichtigen Arbeitsmarktbericht für September reagieren. Sie erhoffen sich davon Antworten auf die Frage, wann die US-Notenbank (Fed) wieder den Leitzins anheben wird. Schließlich gilt die lockere Gangart der Fed als wichtige Triebfeder des jüngsten Börsenaufschwungs. Zuletzt hatte Notenbank-Vorsitzende Janet Yellen klargestellt, der Zeitpunkt der Zinswende hänge von der konjunkturellen Entwicklung ab. Weitere Hinweise auf die künftige Geldpolitik könnte auch das Sitzungsprotokoll der Fed liefern, das am Mittwoch nach Börsenschluss in Deutschland veröffentlicht wird.

Ebenfalls am Mittwochabend läutet dann der Aluminiumhersteller Alcoa traditionell die Berichtssaison für das dritte Quartal ein. Da dessen Produkte in vielen Gebieten der Wirtschaft eingesetzt werden, gilt der Konzern als Gradmesser für die Konjunktur und damit für die zukünftige Gewinnentwicklung der Unternehmen. Doch auch hier droht Ungemach. Bei den Nichtfinanzwerten in den USA werde zwar eine Gewinnsteigerung von einem Prozent zum Vorquartal erwartet, schrieb Investmentanalyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg. Diese Annahme aber könnte etwas zu optimistisch sein, da die Geschäftstätigkeit in den Sommermonaten wegen der Urlaubszeit eigentlich eher etwas gedämpfter ausfalle. Ferner dürfte auch der in den letzten Monaten sehr feste US-Dollar belasten, schließlich fielen bei den international tätigen Konzernen keine währungsbedingten Gewinne mehr an.

Damit dürften Anleger hierzulande wieder den neusten Unternehmensnachrichten mehr Aufmerksamkeit schenken. In Deutschland geben am Mittwoch bereits der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer und die Südzucker-Tochter Cropenergies einen Vorgeschmack auf die kommende Berichtssaison. Am Donnerstag folgt dann der Zuckerproduzent Südzucker selbst mit seinen Quartalszahlen. Die Branche ist nervös, denn ihr steht mit dem Wegfall der Zuckermarktordnung eine riesige Umstellung bevor. Ohne vorgegebene Produktionsquoten fällt die Sicherheit weg, die bislang selbstverständlich war. Analysten hatten sich zuletzt pessimistisch zu den Geschäftsperspektiven des Zuckerproduzenten geäußert./la/jha/he


Von Lutz Alexander, dpa-AFX

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