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Zinsen bleiben auf historischem Tief

Mario Draghi und seine Kollegen aus dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) haben in der vergangenen Woche den Leitzins im Euro-Raum auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent belassen. Eine Überraschung war das nicht, Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Da sich die Konjunktur allmählich erholt, gibt es keine Notwendigkeit, den Zins weiter zu senken. Allerdings wird er auf absehbare Zeit auch nicht steigen - das bekräftigen Europas Währungshüter seit Juli bei jeder Gelegenheit. Trotzdem ist die Diskussion um eine mögliche Enteignung insbesondere der deutschen Sparer präsenter denn je.

Dafür sorgten nicht zuletzt Äußerungen von Draghi selber. Der Italiener erklärte Anfang vergangener Woche im Brüsseler Europaparlament, weitere langfristige Refinanzierungsgeschäfte seien möglich. Die EZB sei bereit, ihre Instrumente zu nutzen, sagte der Zentralbankchef. „Darunter auch ein weiteres LTRO“.

Damit meint Draghi die im Volksmund als „Dicke Bertha“ bekannt gewordenen Dreijahrestender, die die EZB bereits Ende 2011 und Anfang 2012 abschoss – insgesamt über eine Billion Euro flossen so von der EZB zu Europas Banken. Die sollten damit ihre krisenbedingt eingeschlafene Kreditvergabe wieder ankurbeln. Gerade Banken aus südeuropäischen Krisenländern halten sich damit aber immer noch zurück, seit langem wird darüber spekuliert, wie Draghi diesem Dilemma begegnen wird.

Viele Experten halten einen weiteren Tender allerdings nicht für notwendig. In den kommenden Monaten sei damit sowieso nicht zu rechnen. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer verwies darauf, dass sich die Diskussion in der Notenbank um ein neues Liquiditätsfeuerwerk noch in einem frühen Stadium befände. Auch nach dem Zinsentscheid in Paris blieb Draghi bei seiner Aussage, die EZB bei bereit zu handeln und würde über alle verfügbaren Instrumente nachdenken, auch über ein LTRO. Konkreter wollte der Italiener allerdings nicht werden. Weder zum Umfang eines möglichen Tenders noch zum Zeitpunkt ließ er sich etwas entlocken.

Doch eins zeigt das hin und her um einen weiteren Dreijahrestender ganz deutlich: Die EZB hat noch Spielraum, offenbar ist zumindest ein Teil der Notenbanker einer Zinssenkung deutlich näher als einer Zinserhöhung. Raum für derartige Liquiditätsphantasien gibt vor allem die Inflation, die im September nur noch bei 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr lag. „Wir sehen keine Inflationsrisiken“, sagt beispielsweise Commerzbank-Experte Christoph Weil. Die EZB könne also ihren expansiven Kurs fortsetzen.

Gutverdiener können ausweichen

Bei derart niedrigen Inflationsraten scheint es kaum zu stören, dass auch die Sparzinsen auf einem historischen Tief liegen. Wird die ewige Diskussion über die enteigneten deutschen Sparer also zu Unrecht geführt?

Darüber gibt es geteilte Meinungen. Die einen behaupten, die Politik der EZB würde das angesammelte Kapital der Sparer über kurz oder lang auffressen. Die Zinsen, die Sparer bei Banken oder Versicherungen bekommen, sind oft niedriger als die Inflation. Real bleiben also am Ende Verluste.

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