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 24.06.2017  14:20:32  (dpa-AFX) 5048 Datensätze gefunden
ROUNDUP/EZB greift durch: Insolvenz für zwei italienische Krisenbanken
FRANKFURT/ROM (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht nach
wochenlangen Verhandlungen für zwei italienische Krisenbanken keine Zukunft mehr
und schickt sie in die Pleite. Die kleineren regionalen Institute Banca Popolare
di Vicenza und Veneto Banca sollen nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt
werden. Die Bedingungen für eine Rettung seien nicht gegeben, teilte die
Zentralbank am Freitagabend mit. Grund sei mangelndes Eigenkapital. Die EZB habe
den Banken Zeit für einen Rettungsplan gegeben, sie hätten aber keine
"glaubwürdigen Lösungen" unterbreitet.

Die europäische Bankenabwicklungsbehörde SRB (Single Resolution Board) habe
entschieden, dass die Rettungsbedingungen nicht gegeben seien, hieß es weiter.
Die beiden Banken seine nicht überlebensfähig oder wahrscheinlich nicht
überlebensfähig (im Fachjargon: "failing or likely to fail").

Die italienische Regierung werde Maßnahmen ergreifen, um den Bankbetrieb
aufrecht zu erhalten und Kontoinhaber und erstrangige Gläubiger zu schützen,
teilte das italienische Finanzministerium mit. Am Wochenende werde die Regierung
über das Vorgehen beraten.

Italiens zweitgrößte Bank Intesa Sanpaolo hatte erklärt, unter Umständen einen
Teil - vorrangig den guten - der beiden Krisenbanken zu übernehmen. Sollte der
Vorstoß Teil einer Lösung sein, müssten die faulen Kredite in eine "Bad Bank"
eingebracht werden, die teilweise von der Regierung und damit wieder mit
Steuergeldern finanziert werden würde. Einem solchen Plan müssten die
Bankenaufseher der EU und der EZB zustimmen. Die EU-Kommission erklärte, dass
sie im Gespräch mit Italien sei.

2016 hatte der staatliche Rettungsfond Atlante 3,5 Millarden Euro in die Veneto
Banca und die Banca Popolare di Vicenza gepumpt - ohne Erfolg. Die
venezianischen Banken ächzen wie viele andere Kreditinstitute im Land unter
einem Berg fauler Kredite. Sie brauchen früheren Angaben zufolge insgesamt mehr
als 6 Milliarden Euro an frischem Kapital. Italien hatte zuletzt versucht, die
beiden Geldhäuser zu retten und dabei Sparer und Anleihebesitzer zu schützen,
ohne gegen europäische Regeln für Staatshilfen zu verstoßen. Diese verbieten
eigentlich staatliche Rettungsaktionen für Banken.

Zum Sorgenkind Nummer eins des maroden italienischen Bankensektors hatte es vor
einigen Wochen erst eine Grundsatzeinigung zwischen der EU-Kommission und der
Regierung in Rom gegeben. So darf Italien der angeschlagenen Traditionsbank
Monte dei Paschi di Siena mit einer milliardenschweren Kapitalspritze helfen.
Möglich ist das, weil die Bank langfristig als profitabel eingeschätzt wird.
Vielen gilt sie allerdings auch als "too big to fail", ihre Pleite könnte also
ein schweres Finanzbeben auslösen./jha/reu/DP/zb
Quelle: dpa-AFX

24.06.2017  14:20:32  (dpa-AFX)
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