Express-Zertifikate: Vorwärtsgang im Seitwärtsmarkt

Werbung

stock.adobe.com

Die Deutschen sparen gern, legen aber ungern an – vor allem nicht an der Börse. Noch immer halten nur wenige Deutsche Wertpapiere in ihren Portfolien. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts ist nur jeder sechste Deutsche in Aktien oder Aktienfonds investiert.(1) Das aber zumindest mit steigender Tendenz. Die Aktie rückt gezwungenermaßen in den Fokus der Anleger. Denn bis auf Weiteres ist keine Zinswende in Sicht – Anleger müssen Anlagealternativen in Betracht ziehen. 

Im aktuellen Nullzinsumfeld stecken Anleger in einem Dilemma. Bewährte festverzinsliche Papiere bieten zwar Sicherheit aber keine Rendite. Die Volkswirte der DekaBank erwarten beispielsweise bei Bundesanleihen oder am europäischen Geldmarkt bis 2030 jährliche Renditen im Minusbereich.(2) Renditechancen gibt es entsprechend nur für Anleger, die bereit sind, gewisse Risiken einzugehen. Höhere Ertragschancen bietet hier zum Beispiel ein Engagement am Aktienmarkt.

Aktienmarktrisiken steuern mit Zertifikaten

Grundsätzlich unterstützt eine lockere Geldpolitik den Aktienmarkt und hat den Aktien-Indizes weltweit in den letzten Jahren bereits zu Jahreshöchstständen verholfen. Doch der Aktienmarkt bleibt schwankungsanfällig. Aktuell sind beispielsweise die weitere Entwicklung der Coronavirus-Infektion und ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft infolge längerer Produktionsausfälle vor allem in China schwer einschätzbar. Aktuell sorgen die Konjunkturmeldungen aus Europa ebenfalls für Ernüchterung. Schlechte Nachrichten können somit immer wieder zu Kursschwankungen führen, was vor allem bei sicherheitsorientierten Anlegern zu Verunsicherungen führen kann. Auch werfen die diesjährigen US-Präsidentschaftswahlen ihre Schatten voraus, sodass die Märkte immer wieder auch von politischen Unsicherheiten beeinflusst werden können.  

Auf der Suche nach einer Anlage mit solidem Rendite-Risiko-Profil fällt der Blick daher immer öfter auf strukturierte Wertpapiere, die diesen Einflüssen nicht linear ausgesetzt sind. Mit diesen lassen sich Aktienmarktrisiken besser als bei der Direktanlage begrenzen, da sie über unterschiedlichste Ausgestaltungsmöglichkeiten verfügen, die als Stellschrauben für eine Risikojustierung fungieren.

Bei unklarer Tendenz: Express-Chancen voraus

Gerade in seitwärts tendierenden, nur leicht steigenden oder auch leicht fallenden Märkten spielen Express-Zertifikate ihre Stärken aus. Sie bieten eine interessante Zinschance einerseits und die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung (deshalb „Express“) andererseits. Dafür gehen Anleger im Gegenzug genau definierte Aktienkursrisiken ein.

Grundsätzlich weisen Express-Zertifikate eine feste Laufzeit auf, die jedoch automatisch vorzeitig enden kann. Die Entwicklung eines Basiswerts, beispielsweise einer Aktie, ist hierfür allein ausschlaggebend. Liegt der Aktienkurs am jeweiligen Beobachtungstag auf oder über einer bei Auflage festgelegten Tilgungsschwelle, wird das Zertifikat vorzeitig zum Nennbetrag zurückgezahlt. Optimal ist dies für Seitwärtsmärkte ohne eine einheitliche Tendenz, bei dem sich der Aktienkurs letztendlich konstant hält. Die Zinszahlung kann je nach Variante fest oder abhängig von der Entwicklung des Basiswerts sein.

Schließt die Aktie unter der Tilgungsschwelle, läuft das Zertifikat wie vorgesehen weiter. Diese Prüfung erfolgt periodisch wiederkehrend, in der Regel jährlich. Wird das Zertifikat nicht vorzeitig fällig, ist der Kurs der Aktie am letzten Bewertungstag im Verhältnis zu der tiefer liegenden Barriere relevant. In dieser Hinsicht ist die Barriere ein Ausstattungsmerkmal, das im Idealfall zum Ende der Laufzeit zu Gunsten des Anlegers funktionieren kann. Wird diese nicht tangiert, erhält der Anleger ebenfalls den Nennbetrag zurück. Andernfalls wird anstelle des Nennbetrags eine festgelegte Anzahl von Aktien geliefert. Das birgt Kursrisiken: Denn deren Gegenwert ist geringer als der Nennbetrag, sprich 100 Prozent.

Die Feinjustierung

Gut beraten sind Anleger mit Tilgungsschwellen bzw. Barrieren, die der persönlichen Risikoneigung oder der eigenen Markteinschätzung bzgl. der Kursstabilität des Basiswerts entsprechen. Je niedriger diese Schwellen gewählt werden, umso größer ist der Risikopuffer. Mit der richtigen Ausstattung können sogar sicherheitsorientierte Anleger Express-Zertifikate als Anlagealternative in Betracht ziehen. 

Beim Express-Zertifikat Relax sorgt beispielsweise eine schrittweise fallende Tilgungsschwelle dafür, dass die vorzeitige Rückzahlung zuzüglich Zinsen mit jedem Jahr wahrscheinlicher wird. Angenommen, die Schwelle von 100 Prozent wird im ersten Jahr unterschritten, dann liegt diese im Jahr zwei bei 95 Prozent usw. Damit wird die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung begünstigt. Beträgt die Barriere zudem nur 60 Prozent, kann der Basiswert um bis zu 40 Prozent fallen, bis Verluste eintreten. Zwischentiefs in volatilen Märkten werden so elegant umschifft und Anleger bleiben „relaxt“.

Bei Express-Zertifikaten Memory mit Airbag werden Tilgung und Zins getrennt betrachtet. Die Tilgungsschwelle kann dabei beispielsweise bei 100 Prozent liegen, die für die Zinszahlung relevante Barriere hingegen bei 75 Prozent. Bewegt sich der Basiswert in einer Bandbreite von 75 bis 100 Prozent, vereinnahmt der Zertifikatsinhaber jährlich Zinsen, ohne dass das Zertifikat vorzeitig fällig wird. Durch die Memory-Funktion werden zudem ausgefallene Zinserträge aus den Vorjahren reaktiviert – nämlich dann, wenn an einem späteren Beobachtungstag die Bedingungen für eine Zinszahlung erfüllt sind. Quasi eine Anlage mit Gedächtnis.

Die unterschiedlichen Varianten wie zum Beispiel Relax, Memory, Best-In oder Plus und das breite Angebot von Basiswerten bei Express-Zertifikaten bieten Investmentmöglichkeiten für unterschiedlichste Anlagepräferenzen.

Auf diese Risiken sollten Anleger achten

Bei Rückzahlung eines Express-Zertifikats tritt ein Verlust ein, wenn der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag unter der Barriere notiert und der Gegenwert der gelieferten Aktien bzw. der Rückzahlungsbetrag (bei Indizes) plus gegebenenfalls erhaltene Zinsen geringer als der Erwerbspreis des Zertifikats ist.

Express-Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen. Wie bei jeder Schuldverschreibung sollte das Emittentenrisiko daher nicht außer Acht gelassen werden. So wären insbesondere bei Zahlungsunfähigkeit der Emittentin Verluste bis hin zum Totalverlust möglich. Zudem gilt es zu beachten, dass während der Laufzeit verschiedene Faktoren – wie die Kursentwicklung des Basiswerts, die Schwankungsintensität und die Dividende des Basiswerts sowie die allgemeine Zinsentwicklung – den Wert der Zertifikate nachteilig beeinflussen können.

Nähere Informationen zu Express-Zertifikaten der DekaBank erhalten Sie unter https://www.deka.de/zertifikate oder von den Sparkassen-Ansprechpartnern vor Ort.


(1) Quelle: https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/studien/2019-03-06%20Aktieninstitut%20Aktionaerszahlen%202018.pdf
(2) Quelle: https://www.fondsmagazin.de/ausblick-2020-aktien-werden-immer-unverzichtbarer/150/1448/97035 

Die enthaltenen Meinungsaussagen geben unsere aktuelle Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Die Einschätzung kann sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Vor einer Anlageentscheidung in Zertifikate wird potentiellen Anlegern empfohlen den Wertpapierprospekt zu lesen, um die potentiellen Risiken und Chancen der Anlageentscheidung vollends zu verstehen. Die Billigung des Prospekts durch die zuständige Behörde ist nicht als Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Der Wertpapierprospekt und eventuelle Nachträge können unter https://www.deka.de/deka-gruppe/wertpapierprospekte unter dem Reiter „EPIHS-II-19“ heruntergeladen werden. Sämtliche Wertpapierinformationen sowie die aktuellen Basisinformationsblätter sind ebenfalls bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale (www.deka.de), 60625 Frankfurt kostenlos erhältlich.
Sie sind im Begriff ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.