Südkoreas Lkw-Fahrer streiken erneut - Lieferketten gefährdet

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Uiwang (Reuters) - Ein erneuter Streik der gewerkschaftlich organisierten Lkw-Fahrer in Südkorea bedroht zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate die Lieferketten.

"Wir haben keine andere Wahl, als die gesamte Logistik in Korea einzustellen", sagte Lee Bong-ju, Vorsitzender der Cargo Truckers Solidarity Union (CTSU), am Donnerstag. Er warnte davor, dass die Arbeitsniederlegung die Öllieferungen an wichtige Raffinerien und den Transport in großen Häfen und Industrieanlagen zum ausgesetzt werden könnten. "Wenn der Streik der Frachtarbeitergewerkschaft weitergeht, wird er nicht nur die Großindustrie, sondern auch den Lebensunterhalt der Menschen und die Volkswirtschaft insgesamt zu sehr belasten", erklärte der südkoreanische Regierungschef Han Duck Soo.

Angesichts der steigenden Kraftstoffkosten fordern die Lkw-Fahrer die Verlängerung des als "Safe Freight Rate" bekannte Mindestlohnsystems, das Ende des Jahres ausläuft, sowie die Ausweitung der Leistungen für Lkw-Fahrer in anderen Branchen. Die Gewerkschaft fordert, dass große Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie gegen die Mindestlohnregelungen verstoßen. Die Regierung in Seoul hat sich zwar bereit erklärt, die Regelung um drei Jahre zu verlängern, die weiteren Forderungen der Gewerkschaften jedoch abgelehnt.

Im Juni verzögerte ein achttägiger Streik der Lkw-Fahrer den Gütertransport in der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens und verursachte Produktionsausfälle und nicht eingehaltene Lieferungen in Höhe von mehr als 1,2 Milliarden Dollar.

(Bericht von Ju-min Park, geschrieben von Katharina Loesche. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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