Bafin warnt Finanzbranche vor Zinsrisiken

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: T. Schneider/Shutterstock.com

Die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin hält einen erneuten plötzlichen und starken Zinsanstieg für eins der größten Risiken für den Finanzsektor.

Schon jetzt drückten die abrupt gestiegenen Zinsen auf die Profitabilität vieler Banken, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Bafin-Bericht "Risiken im Fokus." Die hohen Zinsen führten bereits zu Verlusten in den Wertpapierportfolien einiger Banken. "Ein weiterer plötzlicher und starker Zinsanstieg würde manche Institute stark belasten", heißt es im Bericht der Aufseher. Laut Bafin wiesen zur Mitte des vergangenen Jahres 34 Prozent der deutschen Finanzinstitute ein erhöhtes Zinsänderungsrisiko aus.

"Bei vielen kleineren Banken sind die stillen Reserven als erste Verteidigungslinie jetzt aufgebraucht", sagte BaFin-Präsident Mark Branson am Montag zur Vorlage des Berichts. "Wir beschäftigen uns jetzt vorrangig mit der Kapitalplanung von Instituten mit wenig Überschusskapital und hohen Zinsänderungsrisiken."

In ihrem jährlichen Bericht "Risiken im Fokus" veröffentlicht die Bafin die aus der Behördensicht wichtigsten Risikotreiber für den deutschen Finanzmarkt. Für das Jahr 2023 zählen die Aufseher auch die Korrekturen an den Immobilienmärkten und an den internationalen Finanzmärkten zu den Hauptrisiken für den deutschen Finanzmarkt. Zudem beobachtet die Aufsichtsbehörde den Anstieg der Insolvenzen in der Wirtschaft und die damit verbundenen Kreditausfälle. Daneben gehören auch Cyberattacken und die unzureichende Geldwäscheprävention zu den Themen des Risikoberichts. Als branchenübergreifende Zukunftsrisiken identifiziert die Bafin die digitale Transformation, den Wandel in Richtung Nachhaltigkeit und die geopolitischen Risiken, die die Geschäftsmodelle im Finanzsektor prägen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel