Grüne sehen CO2-Speicherung als Mittel im Kampf gegen Erderwärmung

dpa-AFX · Uhr

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Die Abscheidung und unterirdische Speicherung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ist für die Grünen ein legitimes Instrument im Umgang mit der zunehmenden Erderwärmung.

"Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir schnell raus aus Kohle, Öl und Gas und rein in erneuerbare Energien und Wasserstoff", heißt es in einem Vorschlag des Bundesvorstands für das Europawahlprogramm, den die etwa 800 Delegierten beim Bundesparteitag der Grünen am Samstag in Karlsruhe annahmen. In "einigen wenigen Branchen" werde es auch in Zukunft Emissionen geben, die schwer oder nach heutigem Stand der Technik nicht zu vermeiden seien, zum Beispiel in der Zementindustrie, heißt es darin. Hier wollen die Grünen "technologische Chancen nutzen" und CO2 direkt bei der Produktion abscheiden, speichern und gegebenenfalls nutzen. Dafür solle ein europaweit einheitlicher Regelungsrahmen geschaffen und eine Infrastruktur mit gemeinsamen CO2-Speichern geschaffen werden.

Die Technologie der unterirdischen CO2-Speicherung (CCS), für deren Einsatz auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wirbt, steht bei Umweltschützern als gefährlich in der Kritik. Auch beim Grünen-Parteitag wandten sich Delegierte mit Änderungsanträgen dagegen. Karl-Wilhelm Koch aus der Eifel warnte besonders vor der CO2-Speicherung im Meeresgrund: "Das Risiko ist unübersehbar." Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Felix Banaszak hielt dagegen, die Erderwärmung sei zu weit fortgeschritten, als dass die Grünen auf irgendwelche Lösungen im Umgang mit Treibhausgasen verzichten könnten. "Wir brauchen sie alle am Ende."/hrz/DP/men

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