Klimawissen trotz Sorge vor Folgen der Erderwärmung gesunken

dpa-AFX · Uhr

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Viele Menschen in Deutschland sind wegen der Folgen des Klimawandels einer Studie zufolge besorgt. Dennoch ist das Wissen zu dem Thema geringer geworden, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Versicherungskonzerns Allianz hervorgeht. Demnach äußerten sich 76,1 Prozent der knapp 1000 Befragten besorgt über die Folgen der globalen Erwärmung. Zugleich bescheinigte die Studie 47,5 Prozent der Teilnehmer eher wenig Klimawissen. Das seien 15 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2021.

Damit gehe eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels einher. Nur 57,4 Prozent der im Oktober Befragten seien sich bewusst, dass bei einem Temperaturanstieg über 1,5 Grad große Schäden drohten, hieß es. Bei der Gesamtstichprobe, die einschließlich Deutschland acht Länder umfasste, lag der Anteil bei rund der Hälfte der Befragten. (Umfrage 2021 in fünf Ländern: 67 Prozent).

"Es gibt keinen Mangel an Informationen über den Klimawandel", sagte Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran. Viele Menschen schienen aber auf die täglichen Nachrichten mit Gleichgültigkeit oder Ignoranz zu reagieren. "Dieser Anfall von Klimamüdigkeit ist alarmierend."

Um ihre Klimakompetenz zu messen, mussten die Befragten zehn Fragen beantworten. Zum Beispiel: Welches Land/Region verursacht die höchsten CO2-Emissionen jährlich? Was ist der Markt für CO2-Emissionen? Bei vier bis sechs richtigen Antworten wurden die Befragten als "durchschnittlich klimakompetent" eingestuft; Teilnehmer mit mehr als sieben richtigen Antworten gelten als "sehr klimakompetent"; drei oder weniger richtige Antworten wurden als "geringe Klimakompetenz" angesehen.

Ähnlich ist das Bild weltweit. Demnach äußerten sich durchschnittlich 76,8 Prozent der Befragten in Brasilien, China, Frankreich, Indien, Italien, Großbritannien und den USA einschließlich Deutschland besorgt über die Folgen der globalen Erwärmung. Der Anteil der Befragten mit geringer Klimakompetenz lag bei 48,2 Prozent in der Gesamtstichprobe. Im Vergleich zur Umfrage 2021, die nur in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA durchgeführt wurde, ist der Anteil der Teilnehmer mit geringer Klimakompetenz mit Ausnahme der USA den Angaben zufolge gestiegen. In den USA habe sich das Wissen - auf niedrigem Niveau - kaum verändert./mar/DP/jha

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