Pistorius: Gefährlichster Einsatz der Marine seit Jahrzehnten

dpa-AFX · Uhr

(Tippfehler im 2. Absatz, 2. Satz berichtigt)

SOUDA (dpa-AFX) - Verteidigungsminister Boris Pistorius wertet den gefährlichen Einsatz der Fregatte "Hessen" im Roten Meer als Zeichen dafür, dass Deutschland bereit und in der Lage ist, international Verantwortung zu übernehmen. "Man kann ohne Übertreibung sagen, es ist der ernsthafteste, der gefährlichste Einsatz der Marine seit Jahrzehnten", erklärte der SPD-Politiker am Dienstag bei seinem Besuch auf dem Schiff auf Kreta. Es gehe um den Schutz des Völkerrechts, der Freiheit, der Sicherheit auf den Meeren, aber auch um die Stabilisierung von Handelsrouten und der gesamten Region.

Der Bundestag stimmt am Freitag über das Mandat ab. Sollte das Parlament wie erwartet zustimmen, wird die Fregatte, deren Heimathafen Wilhelmshaven ist, unmittelbar danach vom ägyptischen Suezkanal aus ins Rote Meer einfahren. Die Mission gilt als gefährlichster reiner Marine-Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Die militant-islamistische Huthi-Miliz aus dem Jemen will mit dem Beschuss von Schiffen im Roten Meer ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen.

Pistorius sagte, auch ein direkter Angriff der Huthi auf die deutsche Fregatte sei nicht auszuschließen. "Das gehört zur operativen Vorbereitung dazu, sich auch darauf einzustellen." Er betonte zugleich, dass es sich um einen defensiven Einsatz handele. "Wir sind mit der Fregatte nur unterwegs, um Angriffe mit Drohnen, mit Raketen, mit was auch immer auf die Schiffe, die hier durchfahren, abzuwehren." Es gehe nicht um Schläge auf Huthi-Stellungen auf dem Festland wie bei Amerikanern und Briten./tam/DP/stk/mis

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