Umfrage

Mehrheit der deutschen Industriefirmen für Strafzölle gegen China

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: Pavlo Lys/Shutterstock.com

Berlin (Reuters) - Eine Mehrheit der deutschen Industrieunternehmen befürwortet Strafzölle auf Elektroautos aus China ab.

Mehr als 80 Prozent sehen sie als "gerechtfertigt" oder "teilweise gerechtfertigt" an - vorausgesetzt, die EU-Kommission komme zu dem Schluss, dass die E-Autos auf unlautere Weise subventioniert werden, wie das "Handelsblatt" am Dienstag aus einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zitiert. Dieses hat rund 800 Firmen aus den Bereichen Industrie und industrienahe Dienstleistungen befragt.

Noch in dieser Woche wird eine Entscheidung der EU-Kommission zu Strafzöllen auf Elektroautos aus China erwartet, die die USA bereits beschlossen haben. Spitzenmanager von BMW, Mercedes und Volkswagen haben davor gewarnt, Importzölle auf Fahrzeuge aus China zu erheben. Die deutschen Autohersteller erwirtschaften in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach Schätzungen der Analysten der Bank HSBC 20 bis 23 Prozent ihrer Gewinne. Außerdem stammt ein Großteil der Autos, die aus China in die EU importiert werden, von europäischen Herstellern. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zeigte sich skeptisch.

Die Umfrage zeigt den Angaben zufolge zudem, dass niedrige Preise der chinesischen Konkurrenten nicht nur ein Phänomen der Autoindustrie sind. Fast 80 Prozent der rund 350 befragten deutschen Unternehmen mit chinesischen Wettbewerbern gaben an, dass sie bei vergleichbaren Produkten preislich unterboten werden. Mehr als ein Drittel berichtet sogar, dass die Wettbewerber aus der Volksrepublik ihre Produkte um mehr als 30 Prozent günstiger anbieten.

China hat die EU wegen der Anti-Subventions-Untersuchung zwar gerügt, auf Zusammenarbeit gedrungen und bei einzelnen EU-Ländern Lobbyarbeit betrieben. Die Volksrepublik hat die EU aber im Unklaren darüber gelassen, wie sie auf die Zölle reagieren würde.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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