Stimmung gedrückt

RTL: Maue Werbeeinnahmen, Aktie auf Rekordtief

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Artikel teilen:
Quelle: Shutterstock.com/T. Schneider

Der anhaltend maue TV-Werbemarkt und fehlende Umsätze aus der Produktion mit Inhalten drücken auf die Stimmung bei der RTL-Gruppe . Zudem schlagen hohe Programmkosten auf den Verdienst durch. Konzernchef Thomas Raabe schätzt nun die Umsatz- und Gewinnperspektiven für das Jahr pessimistischer ein. An der Börse sorgte das für lange Gesichter. Die Aktie knickte am Mittwoch auf ein Rekordtief ein

In der ersten Handelsstunde ging es für das im MDax notierte Papier um bis zu neun Prozent abwärts. Damit hat der Kurs allein seit dem Jahreswechsel inzwischen um mehr als ein Viertel nachgegeben. Bernstein-Analystin Annick Maas schrieb, die Quartalszahlen seien einen Tick schlechter ausgefallen als gedacht, und die Markterwartungen dürften nun sinken. Die Aktien des Konkurrenten ProSiebenSat.1 gaben um 1,4 Prozent nach.

Laut RTL dürfte der Konzernumsatz im laufenden Jahr nur noch auf 6,3 Milliarden Euro steigen, wie die Konkurrentin von ProSiebenSat.1 zur Wochenmitte in Luxemburg mitteilte. 2023 hatte das Unternehmen rund 6,2 Milliarden Euro umgesetzt. Bislang hatte RTL einen Anstieg auf 6,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Von einem Umsatz in dieser Größenordnung gingen die Analysten bisher auch aus.

Nach einem Anstieg im ersten Halbjahr knickte im dritten Quartal der Erlös bereits merklich ein. Konzernweit fiel der Umsatz aus fortgeführten Geschäften um rund 5,5 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Nach einem Anstieg der Werbeeinnahmen noch im ersten Halbjahr schlugen in den drei Monaten bis Ende September bei RTL die Olympischen Spiele negativ ins Kontor - denn diese wurden von der konkurrierenden öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen. Zudem habe sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Deutschland und Frankreich negativ ausgewirkt, hieß es.

Neben den geringeren Werbeumsätzen fehlte es zudem teils an Erlösen durch die Produktionstochter Fremantle - seit Jahresbeginn sei der Markt "weltweit deutlich langsamer als zuvor erwartet" gewachsen. Das Unternehmen produziert Inhalte in den Bereichen Unterhaltung, Drama und Film sowie Dokumentationen. Bereits im Sommer hatte Raabe das Umsatzziel von drei Milliarden Euro für Freemantle um ein Jahr auf 2026 verschoben.

Konzernweit hält RTL-Chef Thomas Rabe zudem in diesem Jahr noch ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und immateriellen Abschreibungen (Ebita) am unteren Ende der Spanne von 700 bis 800 Millionen Euro für realistisch. Damit dürfte der operative Gewinn im laufenden Jahr sinken. 2023 hatte der Wert bei 782 Millionen Euro gelegen. 2024 dürften insbesondere die Kosten für die Übertragung von Uefa-Euro-Spielen auf das Ergebnis durchschlagen. Zudem verweist RTL auf höhere Anlaufverluste aus dem Streaminggeschäft wegen erhöhter Investitionen bei M6+ in Frankreich.

Ergebniskennziffern zum dritten Quartal kommuniziert der MDax-Konzern traditionell nicht.

Unterdessen punktet die RTL-Gruppe weiter mit ihren Streaming-Diensten. Per Ende September zählte sie knapp 6,5 Millionen zahlende Abonnenten - 22,8 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Das könnte dich auch interessieren

Gespräche beendet
Puma-Aktie sackt zweistellig ab - Übernahmefantasie verpufftgestern, 15:13 Uhr · dpa-AFX
Puma-Aktie sackt zweistellig ab - Übernahmefantasie verpufft
Analyst: Stimmung am Boden
Markterholung geht an SAP vorbei22. Jan. · dpa-AFX
Markterholung geht an SAP vorbei
Nach Geschäftsjahresaussagen
Kurseinbruch bei Carl Zeiss Meditec22. Jan. · dpa-AFX
Kurseinbruch bei Carl Zeiss Meditec
Aktien geben nach
Rüstungswerte unter Druck nach Trumps Kehrtwende22. Jan. · dpa-AFX
Rüstungswerte unter Druck nach Trumps Kehrtwende
Aktien New York
Wall Street findet keine klare Richtung - Intel mit Kursabsturzgestern, 16:36 Uhr · dpa-AFX
Wall Street findet keine klare Richtung - Intel mit Kursabsturz
Premium-Beiträge
Weniger Cash, mehr Aktien
Wie Profis ihre Fonds für das Börsenjahr 2026 umschichtengestern, 14:30 Uhr · onvista