Dax rutscht vor SAP-Zahlen klar ins Minus - Adidas-Aktie gibt nach

Nach zwei Gewinntagen haben Anleger am Mittwoch bei deutschen Aktien wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Vor der anstehenden Quartalsbilanz des Schwergewichts SAP gelang dem Dax keine weitere Annäherung an das Rekordhoch von 24.771 Zählern. Der Leitindex ging 0,74 Prozent tiefer bei 24.151 Punkten aus dem Handel.
Der MDax gab um 0,44 Prozent auf 30.007 Punkte nach.
Zuletzt war im Handelsstreit zwischen den USA und China Hoffnung aufgekommen. Die Experten von Index-Radar sagten aber am Mittwoch, die Verhandlungen liefen zäh. "Wir erwarten keinen Durchbruch, sondern vielmehr eine erneute Fristverlängerung im Handelsstreit", schrieben sie.
Die globalen Spannungen erhielten außerdem ihre Fortsetzung mit Bedenken an der Chipversorgung, nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über den Halbleiter-Hersteller Nexperia übernommen hatte, der eigentlich in chinesischer Hand ist.
Abseits der geopolitischen Schlagzeilen lieferte am Freitag auch die in den USA bereits laufende Berichtssaison mit den Technologiegrößen Netflix und Texas Instruments negative Impulse. Laut Index-Radar rückten bereits die am späten Abend erwarteten Zahlen von SAP in den Vordergrund, wobei sich bei dem Softwarekonzern wohl alles auf das Cloud-Geschäft konzentrieren werde.
Adidas-Aktie gibt trotz höherer Gewinnprognose nach
Die Aktien von Adidas verloren circa 2,9 Prozent. Das Unternehmen hatte am Vorabend mit den Zahlen zum dritten Quartal die Gewinnprognose für dieses Jahr erhöht. Nach einer kräftigen Kurserholung seit Anfang September nahmen Anleger jedoch Gewinne mit.
Infineon fielen um etwa 2,9 Prozent, gedrückt von enttäuschenden Prognosen des US-Trendsetters Texas Instruments zum laufenden vierten Quartal. Auch andere Branchenwerte wie Aixtron, Süss Microtec und Elmos Semiconductor gaben nach.
Chip-Sorgen: Autowerte unter Druck
Auch Automobilaktien wurden verkauft, BMW, Mercedes-Benz, Porsche AG und Volkswagen fielen um bis zu 2,3 Prozent. Hier machten Sorgen die Runde, dass die Belieferung der Branche mit Halbleitern gefährdet sein könnte.
In der Rüstungsbranche lief es durchwachsen. Rheinmetall und Hensoldt verzeichneten Verluste, während sich Renk um bis zu 1,1 Prozent verteuerten.
Bericht über neue Konkurrenz drückt Redcare-Aktie
Die Papiere der Online-Apotheke Redcare Pharmacy verloren gut 5,5 Prozent. Hier belastete erneut ein Bericht, demzufolge große Handelsketten wie dm, Rossmann und Lidl in das Geschäft mit Medikamenten einzusteigen planen.
Anteilscheine von Friedrich Vorwerk erreichten den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. In der Spitze ging es mit dem Kurs um knapp 9 Prozent auf fast 110 Euro nach oben. Der Hersteller von Energieinfrastruktur hatte am Vortag zum zweiten Mal in diesem Jahr die Geschäftsziele erhöht. Zuletzt verzeichneten die Papiere ein Plus von etwa 2,8 Prozent.
(mit Material von dpa-AFX)



