Beruhigung im Handelsstreit? Rheinmetall-Auftrag: echter Gewinn? Jetzt Gold kaufen?
Lara Strauch

Zuletzt gab es eine Beruhigung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Wie lange hält der Effekt?
Der internationale Handelsstreit wird so bewältigt, wie alle Konflikte dieser Art seit über 100 Jahren, besser 200 Jahren - seit Napoleon. Dabei gilt: Ungleichgewichte müssen beseitigt werden, wie dies in allen Fällen notwendig war. Dazu gehören zunächst allgemeine Bestimmungen und anschließend die jeweiligen einzelnen Verhandlungen zwischen Ländern oder Firmen.
Die drei großen Institutionen, IMF, Weltbank und WTO, drehen inzwischen bei: Sie heben ihre bisherigen Prognosen deutlich an. Das ist nicht aufregend, aber wegweisend. Der Ausblick für 2026 verbessert sich im Grundsatz für alle.
Rheinmetall hat einen neuen Großauftrag gewonnen: Wie viel Gewinn steckt tatsächlich dahinter?
Die Auftragslage in der Rüstung geht über die bisherigen Erwartungen hinaus. Rheinmetall-Chef Papperger wagte schon im Sommer eine Prognose bis zu 50 Milliarden Euro Auftragsvolumen bis 2030/2032. Entscheidend sind zum einen die deutsche Seite und zum anderen die Nato-Aufträge. Der jüngste Auftrag über 3,9 Milliarden Euro ist nur ein Teil davon. Fest steht damit: Rheinmetall und der Konkurrent KNDS werden zusammen auf ein Volumen kommen, das in die Größenordnung von über 100 Milliarden Euro steigt.
Da KNDS ebenfalls an einen Börsengang denkt, wobei lediglich der deutsche Großaktionär seinen Anteil platzieren will, steigt der Marktwert der deutschen Rüstung perspektiv auf bis zu 200 Milliarden Euro oder mehr, als die drei großen Autokonzerne zusammen auf die Waage bringen. Mehr Fantasie geht nicht! Auf den Gewinn kommt es zunächst weniger an.
Soll ich jetzt einsteigen, wenn ich noch kein Gold habe?
Gold ist noch nicht am Ende. 5.000 Dollar hatte ich vor einigen Wochen an dieser Stelle schon beschrieben. Das wird eine Zwischenstation werden. Der Hauptgrund: Die jüngsten Bewegungen beruhten auf umfangreichen Investitionen der ETFs und teilweise der Notenbanken.
ETFs sind Spekulationstöpfe, die regelmäßig zu technischen Korrekturen führen, wenn diese ETFs Kasse machen oder die Gewinne mitnehmen. Das ist vor Jahresende eher wahrscheinlich. Die nächste technische Korrektur ist dann die nächste Gelegenheit, Goldbestände auf- oder auszubauen.




