Conti-Abspaltung Aumovio bekommt Nexperia-Chips aus China

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Autobranche

Frankfurt/Main (dpa) - Grünes Licht für den Autozulieferer Aumovio: Trotz des heftigen Streits um den Halbleiter-Hersteller Nexperia darf das Frankfurter Unternehmen die entsprechenden Chips aus China beziehen. Man habe dafür eine Lizenz von der chinesischen Regierung erhalten, sagte Aumovio-Chef Philipp von Hirschheydt. Die Bauteile würden in die Niederlassung nach Budapest gebracht und von dort weiterverteilt.

In den vergangenen Wochen hatte es große Sorgen in der Autoindustrie um einen möglichen Mangel der Bauteile gegeben. Die Chinesen hatten die allgemeine Ausfuhr gestoppt, nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über die von einer chinesischen Konzernmutter geführten Firma in Nimwegen übernommen hatte. Aumovio hat nun offenbar eine der von Peking angekündigten Einzelgenehmigungen erhalten. Ob auch andere Unternehmen eine solche Exportlizenz haben, blieb zunächst unklar.

Umsatz geht zurück

Ansonsten muss Aumovio deutliche Rückgänge in seinem Geschäft verkraften. Im dritten Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich trotz weltweit anziehender Automobilproduktion um 6,9 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Vor Zinsen, Steuern und Sonderposten verdiente Aumovio 150 Millionen Euro, fast ein Drittel (30 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor.

Aumovio-Chef Hirschheydt begründet die Entwicklung im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mit Wechselkurs-Effekten und Bereinigungen im Angebot. «Wir sind ein Unternehmen in der Transformation. Wir müssen uns genau anschauen: Worin sind wir gut und wo müssen wir uns verbessern?» Zuletzt hat Aumovio ein Werk für Trommelbremsen in Italien verkauft.

Die operative Marge sackte trotz gesunkener Forschungs- und Entwicklungskosten von 4,5 auf 3,3 Prozent ab. Unter dem Strich stand ein auf die Aktionäre entfallender Verlust von 19 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 73 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Unternehmen will Vorteile der Eigenständigkeit nutzen

Continental hatte seine Autozuliefersparte abgespalten und unter dem Namen Aumovio im September an die Börse gebracht. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt baut an weltweit über 100 Standorten unter anderem Bremsen, Fahrwerke, Fahrzeugelektronik, Infotainment-Lösungen, Sensoren sowie Komponenten für das assistierte und automatisierte Fahren.

Als eigenständiges Unternehmen könne man Prozesse auf den Automobilbereich zuschneiden und effizienter gestalten, erklärte Hirschheydt. «Wir müssen jetzt Quartal für Quartal zeigen, dass wir besser werden.» Auf verhaltenem Niveau werde das globale Autogeschäft im Moment etwas konstanter. China wachse deutlich schneller, während das europäische Marktvolumen weiterhin rückläufig sei. Aumovio schließe aber auch zunehmend mit chinesischen Autoherstellern Verträge ab.

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