Kolumne von Heiko Böhmer

Gold war die Anlage 2025 schlechthin – ich halte Aktien trotzdem für besser

Heiko Böhmer · Uhr
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Quelle: Shutterstock/KanawatTH

Soll ich jetzt noch in Gold investieren? Diese Frage hört man in diesen Tagen an jeder Ecke – und ja, sie ist berechtigt. Schließlich hat das Edelmetall 2025 eine schillernde Bilanz hingelegt: plus 50 Prozent seit Jahresbeginn. Wer schon investiert war, darf sich also freuen. Wer noch überlegt, fragt sich: Bin ich jetzt zu spät dran – oder fängt das goldene Jahrzehnt gerade erst an?

Schauen wir uns das nüchtern an – oder besser gesagt: mit einem Augenzwinkern und einem Taschenrechner.

Gold glänzt – vor allem in der Krise

Der jüngste Höhenflug des Goldpreises hat viele Gründe: geopolitische Spannungen, hohe Staatsverschuldung, die Unruhe an den Kapitalmärkten und – nennen wir es mal diplomatisch – die „unkonventionelle“ Politik in Washington. Gold ist und bleibt eben eine Krisenwährung.

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Wenn Unsicherheit steigt, fließt Kapital ins Edelmetall. Das ist auch der Grund, warum 2025 die Preise stark stiegen – und warum Goldminen-Aktien gleich mit durchstarteten. Schließlich verdienen die Minenbetreiber mehr, wenn das Gold im Boden plötzlich deutlich mehr wert ist. Aber: Krisen sind keine dauerhafte Anlageklasse. Und Gold ist, bei aller Romantik, kein Renditebringer. Es arbeitet nicht, es produziert nichts – und es zahlt keine Dividende.

Warum Gold langfristig alt aussieht

Über Jahrhunderte betrachtet hat Gold seinen Wert erhalten – aber eben nicht vermehrt. Wer vor 100 Jahren eine Unze Gold besaß, kann sich heute immer noch ungefähr das Gleiche dafür kaufen wie damals. Klingt stabil – ist es auch. Aber von Vermögensaufbau keine Spur.

Aktien hingegen waren echte Werttreiber. Langfristige Durchschnittsrenditen von fünf bis sieben Prozent pro Jahr sind historisch belegt. Und das inflationsbereinigt! Gold dagegen schaffte im gleichen Zeitraum gerade einmal 0,4 Prozent reale Rendite – also kaum mehr als die Inflationsrate.

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Natürlich kann man sagen: „Gold verkauft man nicht, Gold vererbt man.“ Stimmt. Aber wenn man es vererbt, dann sollte es eher ein kleiner Schatz am Rande des Depots sein – keine Hauptrolle im Anlageportfolio.

Grundsätzlich gilt: Der Goldanteil sollte maximal bei zehn bis 15 Prozent Goldanteil liegen – als Stabilitätsanker, nicht als Renditeturbo. Alles darüber hinaus macht das Portfolio träge, weil das Kapital in einem glänzenden, aber passiven Metall steckt.

Aktien: Die wahren Goldminen

Wer wirklich Rendite sucht, kommt an Aktien nicht vorbei. Unternehmen erwirtschaften Gewinne, investieren, wachsen und zahlen Dividenden. Genau das ist der Motor des Wohlstands.

Gerade jetzt, wo der Goldpreis bereits auf Rekordniveau ist und viele Risiken eingepreist sind, lohnt sich der Blick auf Aktien umso mehr – vor allem auf solide Qualitätsunternehmen in Europa.

Ein Beispiel: Der Modern Value ETF bündelt 25 gleichgewichtete Titel, wird regelmäßig angepasst und erzielte seit Auflage rund 15 Prozent Rendite – bei überschaubarem Risiko und weniger Schwankung als der Gesamtmarkt.

Fazit mit Augenzwinkern

Gold ist wie ein alter Familienfreund: zuverlässig, beständig – aber kein Partytiger. Aktien hingegen sind lebendig, kreativ und immer in Bewegung.

Deshalb gilt: Gold bewahrt, Aktien vermehren. Wer Sicherheit sucht, darf Gold beimischen. Wer Vermögen aufbauen will, setzt auf Unternehmen, die wachsen, Gewinne machen – und Dividenden zahlen.

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