Altersvorsorge-Depot

Aktien sind raus – und das ist gut

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Die Bundesregierung will ein staatlich gefördertes Altersvorsorge-Depot einführen. Rein kommen können ETFs oder Immobilienfonds, aber – anders als frühere Plänen vorsahen – keine Einzelaktien. Gut so!

Georg Buschmann

Redaktionsleiter
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Quelle: Bangkok Click Studio/Shutterstock.com

Eines mal vorweg: Ich bin ein großer Aktienfan. Nächstes Jahr wird es 20 Jahre her sein, dass ich meine erste Aktie gekauft habe. Und seither habe ich auch immer Aktien besessen. Mir gefällt, dass ich mich an unternehmerischen Aktivitäten direkt beteiligen und auf den Hauptversammlungen sogar über das Unternehmen mitbestimmen kann. 

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Trotzdem finde ich gut, dass die schwarz-rote Regierung in ihren neuen Plänen für ein staatlich gefördertes Altersvorsorge-Depot Einzelaktien als förderfähige Wertpapiere gestrichen hat.

ETFs und Anleihen ja, Aktien nein

Investieren können sollst du in sogenannte OGAW-Fonds (für "Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren", auch bekannt unter dem englischen Kürzel UCITS). Das sind kurz gesagt Fonds und ETFs, die in Europa für Privatanleger zugelassen sind. Auch Investitionen in alternative Investmentfonds (AIF) wie Immobilienfonds oder Anleihen der öffentlichen Hand sollen zulässig sein. Einzelaktien dagegen nicht. Dabei hatten die ursprünglichen Pläne der im November 2024 zerbrochenen Ampel-Regierung fürs Vorsorge-Depot auch Einzelaktien vorgesehen. 

Doch es gibt gute Gründe, sie zu streichen. Zum einen: Für langfristiges Anlegen – und darum geht's ja bei der Altersvorsorge – braucht niemand Einzelaktien. Es gibt eine Unzahl von ETFs, mit denen sich jede nur erdenkliche Branche oder Region am Aktienmarkt gut und kostengünstig abbilden lässt. Dort haben Sparerinnen und Sparer dann auch alle Chancen der Anlageklasse, aber ein wesentliches Risiko eliminiert: zu wenig Diversifikation.

Je weniger Aktien ich in meinem Depot habe, desto stärker schwanken meine erwarteten Anlageergebnisse (also meine Rendite) über die Zeit. Vereinfacht gesagt: Mit einer einzelnen Aktie bekomme ich über 25 Jahre wahrscheinlich eine Wertentwicklung irgendwo zwischen plus 10.000 bis minus 95 Prozent. 

Nicht aufs Vorsorgedepot warten – jetzt schon mit ETFs Vermögen aufbauen und von starken Neukundenaktionen profitieren: Traders Place* (Gratis ETF-Anteil im Wert von 100 €), Smartbroker+* (Gratis ETF-Anteil im Wert von 15 €), comdirect* (100 € Prämie).

Der Staat soll bis zu 80 Cent je Euro dazugeben

Das ist im Erfolgsfall natürlich schön. Aber – und da sind wir beim Thema Altersvorsorge – im zweiten Fall sehr misslich. Stell dir vor, du hättest in deinem Altersvorsorge-Depot richtig dick in den inzwischen insolventen Zahlungs-Dienstleister Wirecard investiert (und ja, es gibt genügend Menschen, die die Aktie wirklich für die Altersvorsorge gekauft hatten). Dann wären große Teile deiner Altersvorsorge jetzt weg. 

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Das gilt es aber unbedingt zu vermeiden – zumal der Staat ja bis zu 80 Cent Förderung je eingezahltem Euro gewähren soll. Die wäre nur dann gut investiert, wenn am Ende auch ein ordentliches Vermögen fürs Alter aufgebaut wird. Bei ETFs und Fonds, die von Gesetzes wegen immer in mindestens zehn Wertpapiere investieren müssen, sind die Risiken eines Totalverlusts gegenüber einem Einzelaktien-Investment viel kleiner. Deswegen sind sie das bessere Vehikel fürs Altersvorsorge-Depot.

Das Tolle eines ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World beispielsweise ist ja eben, dass du dir die Marktrendite sichern kannst und kein Risiko hast, schlechter abzuschneiden als der Markt insgesamt. Anders gesagt: Die Spanne möglicher Renditen über einen langen Zeitraum ist mit so einem ETF viel kleiner als bei Einzelaktien. Und die Chance, über 25 Jahre im Minus zu landen, ist praktisch null. 

Keine Staatsknete für Einzelaktien

Auch deswegen glaube ich, dass es richtig ist, Einzelaktien aus der Förderung zu nehmen. Mit eigenem Geld und fürs eigene Vergnügen werde ich weiterhin gerne auch Einzeltitel kaufen, die mir gefallen. Aber Staatsknete für die Altersvorsorge ist anderswo besser aufgehoben.

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