
Der Dax hat am Dienstag leicht zugelegt und damit die Erholung seit seinem Tief vom November fortgesetzt. Vor der am Mittwochabend erwarteten Leitzinsentscheidung der US-Notenbank dürften sich die Anleger dennoch eher zurückhalten. "Wir sehen eine Aktienrally mit angezogener Handbremse", kommentierte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank den Handelsstart.
Die Anleger tasteten sich vorsichtig voran, "jedoch ohne große Überzeugung". Der deutsche Leitindex legte in den ersten Börsenminuten leicht um 0,45 Prozent auf 24.154 Punkte zu. Seit dem Tief vom November bei unter 23.000 Zählern hat sich das Börsenbarometer nunmehr um etwas mehr als 5 Prozent nach oben gearbeitet und seit Freitag auch wieder die runde Marke von 24.000 Punkten überwunden.
Allerdings verharrt der Dax aktuell weiter innerhalb seiner Handelsspanne vom Freitag. Die 50- und 100-Tage-Durchschnittslinien, die als Barometer für den mittel- und längerfristigen Trend gelten, hat der Index zwar überwunden, kommt aber nur mit Mühe weiter darüber hinaus. Dennoch ist das Jahr bislang gut verlaufen mit einem Gewinn von 21 Prozent.
Rüstungswerte gefragt
Rheinmetall wurde von JP Morgan heute auf "Übergewichten" belassen mit Kursziel 2.250 Euro, das reicht heute um erneut die Rüstungswerte im HDAX anzuschieben. Renk, Hensoldt und Rheinmetall belegen mit Zugewinnen von 4,5 bis 6,5 Prozent die vordersten drei Plätze im HDAX am Dienstagvormittag.
Thyssenkrupp unter Druck
Im MDax indes büßten Thyssenkrupp als Schlusslicht 7,7 Prozent ein. Der Industriekonzern, der wegen einer schwachen Nachfrage und niedrigerer Preise kürzlich seine Prognose für das Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr 2024/25 gesenkt hatte, äußerte sich am Morgen über das neue Jahr. Die kürzlich auf den Weg gebrachte Sanierung der kriselnden Stahlsparte wird Thyssenkrupp millionenschwere Verluste einbrocken.
Hellofresh nahmen den vorletzten Platz ein mit minus 7,1 Prozent. Die US-Bank Morgan Stanley senkte ihre Bewertung für das Papier des Kochboxen-Versenders auf "Underweight" mit einem ebenfalls gesenkten Kursziel von 5,50 Euro. Analyst Luke Holbrook hob hervor, dass Hellofresh im US-Markt für Fertiggerichte Marktanteile zu verlieren scheine. (mit Material von dpa-AFX)


