Geldpolitik

EZB-Präsidentin Lagarde stellt höhere Wachstumsprognose in Aussicht

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Alexandros Michailidis/Shutterstock.com

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat eine Aufwärtsrevision der Wachstumsprognosen für die Eurozone in Aussicht gestellt. Der Währungsraum habe sich mit den 20 Mitgliedsstaaten widerstandsfähiger gegen US-Zölle erwiesen als zunächst befürchtet, sagte Lagarde am Mittwoch auf einer Veranstaltung der "Financial Times" in London. "In den letzten Prognosen haben wir unsere Vorhersagen nach oben korrigiert", sagte die Notenbankerin. "Ich vermute, dass wir das im Dezember erneut tun werden."

Die EZB wird ihre Projektionen im Rahmen der nächsten Zinsentscheidung am 18. Dezember veröffentlichen. Bisher erwarten die Experten der Notenbank für das laufende Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Eurozone um 1,2 Prozent. Die Wachstumsprognosen für 2026 beträgt 1,0 Prozent und für 2027 liegt sie bei 1,3 Prozent.

Talsohle bei Zinsen wohl erreicht

Lagarde machte in ihrer Rede deutlich, dass die Europäische Union nicht mit Gegenmaßnahmen auf die US-Zölle reagiert habe. Zudem habe der Euro nicht abgewertet und der Arbeitsmarkt im gemeinsamen Währungsraum sei nach wie vor robust.

Für die letzte Zinsentscheidung der EZB in diesem Jahr in der kommenden Woche wird an den Märkten keine Änderung der Leitzinsen erwartet. Der für die Finanzmärkte maßgebliche Einlagensatz dürfte demnach bei 2,0 Prozent gehalten werden.

Zuvor hatte EZB-Direktorin Isabel Schnabel eine Talsohle bei den Leitzinsen signalisiert. "Sowohl die Märkte als auch die Umfrageteilnehmer erwarten, dass der nächste Zinsschritt eine Anhebung sein wird, wenn auch nicht in naher Zukunft", sagte das Direktoriumsmitglied jüngst in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Mit diesen Erwartungen sei sie "durchaus einverstanden".

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