Wien, 18. Dez (Reuters) - Der niederösterreichische Energieversorger EVN hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 trotz eines Umsatzplus einen Gewinnrückgang verzeichnet.
Das Konzernergebnis sank in dem bis Ende September laufenden Geschäftsjahr um 7,4 Prozent auf 436,7 Millionen Euro, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Hauptgrund war eine geringere Dividende des Stromkonzerns Verbund, an dem die EVN beteiligt ist. Operativ lief es deutlich besser: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 19,2 Prozent auf 909,1 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg um 3,8 Prozent auf drei Milliarden Euro. Den Aktionären soll eine unveränderte Dividende von 0,90 Euro je Aktie vorgeschlagen werden.
Den Anstieg des operativen Ergebnisses begründete EVN hauptsächlich mit einer Ergebnisnormalisierung bei der für den Energiehandel zuständigen Tochter EVN KG. Zudem profitierte der Konzern von höheren Verkaufsmengen und Preisen in Bulgarien und Nordmazedonien sowie von einem gestiegenen Wärmeverkauf aufgrund des kühleren Wetters. Belastet wurde das Ergebnis hingegen durch ein schwächeres Wind- und Wasserdargebot. Dies führte dazu, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um fast 17 Prozent zurückging. Die thermische Erzeugung stieg dagegen, was auf häufigere Abrufe des Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung zurückzuführen war. Zudem fielen Wertberichtigungen von 58,2 Millionen Euro an, die überwiegend auf Hochwasserschäden zurückgingen.
Für die Zukunft plant EVN hohe Investitionen und einen strategischen Umbau. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden erstmals mehr als 900 Millionen Euro in den Ausbau von Netzen, erneuerbarer Erzeugung und der Trinkwasserversorgung gesteckt. Zudem wurde der Verkauf des internationalen Projektgeschäfts an den Baukonzern Strabag vertraglich fixiert. Der Abschluss der Transaktion wird für Anfang 2026 erwartet.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet EVN mit einem Konzernergebnis auf dem Niveau des Vorjahres in einer Spanne von 430 bis 480 Millionen Euro. Die Dividende soll mindestens 0,90 Euro je Aktie betragen und bis 2029/30 auf zumindest 1,10 Euro je Aktie ansteigen.
(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
