Dax krönt hervorragendes Börsenjahr mit solidem Tagesgewinn

Der Dax hat am letzten Handelstag des Börsenjahres noch einen moderaten Gewinn eingefahren. Zum Schluss des verkürzten Handels am Dienstag notierte der Leitindex des deutschen Aktienmarkts 0,57 Prozent im Plus bei 24.490 Punkten.
Ganz knapp nur verfehlte der Dax damit einen Schlusskurs oberhalb von 24.500 Punkten. Diese Marke erwies sich zuletzt als zäher Widerstand für den Leitindex. Allerdings können die Anleger in Frankfurt insgesamt auf ein hervorragendes Börsenjahr blicken. So gewann der Dax seit Jahresbeginn gut 23 Prozent hinzu. Damit schnitt das wichtigste deutsche Kursbarometer deutlich besser ab als der Euro Stoxx und auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial.
Etwas weniger stark, aber dennoch deutlich kletterte auch der MDax der mittelgroßen Werte. Hier beläuft sich das Jahresplus auf knapp 19,7 Prozent. Am Dienstag stieg der MDax um 0,54 Prozent auf 30.617 Punkte. Für den Euro Stoxx 50, der sich im Gesamtjahr 2025 um 19 Prozent steigerte, ging es 0,8 Prozent nach oben.
Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem exzellenten Börsenjahr, verwies aber darauf, dass dies nur für die erste Jahreshälfte gilt, denn das zweite Halbjahr sei "eher ein Seitwärtslaufen" gewesen. Von seinen 34 Allzeithochs habe der Dax 31 im ersten Halbjahr markiert, nur drei im zweiten.
Am Dienstagabend steht noch das Protokoll der letzten Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve auf der Agenda. "Das Protokoll wird einen spannenden Blick hinter die Kulissen erlauben. Die Meinungen innerhalb der Fed gehen weit auseinander - jede zusätzliche Information ist daher Gold wert, weil sie Anlegern hilft, den Zinskurs für das kommende Jahr besser auszutarieren", erklärte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Rüstungswerte wieder gefragt - neue Anschuldigungen aus Moskau
Wichtigstes geopolitisches Thema bleibt die Lage in der Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin will seine Position bei den Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump nach Kremlangaben wegen eines angeblichen Terroranschlags Kiews überarbeiten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Anschuldigungen als Lüge zurück. Die Rüstungswerte Rheinmetall, Hensoldt und Renk verteuerten sich zwischen 1,2 und 2,3 Prozent.
Ansonsten ist die Nachrichtenlage aus Unternehmenssicht erneut sehr überschaubar. Die Aktien von Infineon kletterten um 2,7 Prozent und erklommen den höchsten Stand seit Mitte Dezember. Einem Händler zufolge ist ein Interview von Konzernchef Jochen Hanebeck im "Handelsblatt" förderlich für die Stimmung. Demnach rechnet der Manager "auf Jahre mit einem Boom bei KI-Chips" und kräftigem Wachstum bei Halbleitern für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren.
Alzchem kletterten unter den SDax-Favoriten um 5,6 Prozent und bauten ihren Jahresgewinn auf eindrucksvolle 171 Prozent aus. Die Titel des Spezialchemie-Unternehmens waren 2025 wegen der Fantasie im Rüstungssektor sehr gefragt. Das Unternehmen produziert mit Nitroguanidin einen Grundstoff für Sprengstoffe.
Für Gold und Silber ging es ebenfalls nach oben. Je Unze verteuerten sich die Edelmetalle um 1,3 respektive 5,3 Prozent. Allerdings hatten beide Preise am Vortag massiv nachgelassen, nachdem Silber erstmals die Marke von 80 US-Dollar je Feinunze geknackt hatte. Gold rangiert indes derzeit bei rund 4.400 Dollar je Feinunze. Erst vor kurzem hatte der Kurs hier bei über 4.550 Dollar ein Allzeithoch markiert.
(mit Material von dpa-AFX)



