Dax beginnt neues Börsenjahr mit kleinem Gewinn - Rekord in Reichweite

Der Dax hat am ersten Handelstag des neuen Jahres minimal zugelegt. Bis zum Handelsschluss verbesserte sich der Leitindex des deutschen Aktienmarkts um 0,2 Prozent auf 24.539 Punkte. Noch im frühen Handel war der Dax zeitweise bis auf 24.676 Punkte und damit nahe an sein Rekordhoch von 24.771 Zählern gestiegen.
Die dynamische Rally nach Handelsstart sei aber gleich wieder abverkauft worden, was für eine anhaltend hohe Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen spreche, schrieb Christine Romar, Europachefin des Handelshauses CMC Markets.
Allzu viel ist am Brückentag zwischen Neujahr und dem Wochenende allerdings noch nicht los. Viele Investoren sind noch in der Pause rund um den Jahreswechsel. Das Geschehen am Markt dürfte daher erst ab der kommenden Woche deutlicher an Fahrt aufnehmen.
Der MDax der mittelgroßen Werte startete mit mehr Schwung ins neue Jahr. Er gewann 1,18 Prozent auf 30.979 Punkte. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, stieg auf ein Rekordhoch und stand zuletzt 0,8 Prozent höher. In London ließ der FTSE 100 erstmals in seiner Geschichte die runde Marke von 10.000 Punkten hinter sich.
Der europäische Rohstoffsektor setzte seinen Aufwärtstrend fort. Technologiewerte gewannen ebenfalls deutlich. Im MDax zogen etwa Aixtron um 12,6 Prozent an. Gute Vorgaben kamen aus Asien: Dort profitierten Baidu von einem geplanten Börsengang der Halbleitersparte und die Aktien von Samsung Electronics waren so teuer wie nie zuvor.
Mit Blick auf 2026 sind Experten durchaus zuversichtlich. Laut dem Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, stehen die Chancen gut, dass 2026 eine Kopie des Vorjahres mit einer positiven Entwicklung am Aktienmarkt wird. In Europa sollten die Wachstumsimpulse zunehmen, schrieb er.
"Die gegenwärtigen weltweiten politischen Disruptionen haben der Wirtschaft weniger zugesetzt als befürchtet. Teilweise, weil die US-Zölle am Ende nicht so hoch ausgefallen sind wie zu Beginn erwartet, teilweise weil Unternehmen in einer Marktwirtschaft über erhebliche Anpassungsfähigkeiten verfügen, so Kater.
Neben dem Dauerbrenner Künstliche Intelligenz (KI) - hier befürchten Beobachter eine deutlichere Kurskorrektur in absehbarer Zeit - bleiben geopolitische Krisenherde im Fokus. In Europa lässt im Ukraine-Krieg ein echter Durchbruch weiterhin auf sich warten. In Amerika sorgt das Vorgehen der USA gegenüber Venezuela für Anspannung und in Asien könnte 2026 der China-Taiwan-Konflikt stärker zum Thema werden.
Stahlwerte mit kräftigen Gewinnen
Deutsche Stahlaktien wie Salzgitter und Thyssenkrupp waren auch zum Auftakt 2026 gefragt. Salzgitter schnellten um 10,8 Prozent hoch, Thyssenkrupp gewannen 4,5 Prozent. Beide Aktien profitierten im vergangenen Jahr von der Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft sowie von Schutzmaßnahmen der EU-Kommission für Europas Stahlwirtschaft, die unter Billigimporten von staatlich subventioniertem China-Stahl leidet. Der Rüstungsboom sorgte zusätzlich für positive Impulse.
Bei Salzgitter kommt der starke Lauf der Aurubis-Aktien hinzu, Salzgitter hält an dem Kupferkonzern fast 30 Prozent. Die Hamburger Kupferhütte profitiert von der hohen Nachfrage nach dem Industriemetall, das für den Ausbau der Alternativen Energien, die Elektromobilität sowie die Künstliche Intelligenz unerlässlich ist. Die Papiere erreichten direkt zum Jahresstart ein Rekordhoch. Zum Jahresstart gewannen Aurubis noch 1,5 Prozent.
Euro schwächelt, Gold ebenso
Der Euro startete mit Kursverlusten in das neue Jahr. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1726 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch etwas höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1721 (Mittwoch: 1,1750) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8531 (0,8510) Euro.
Etwas belastet wurde der Euro durch schwache Industriedaten aus der Eurozone. So ist der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex im Dezember stärker gefallen als noch in einer ersten Schätzung erwartet. Der Indikator signalisiert weiterhin ein Schrumpfen der Industrie. Enttäuscht haben vor allem die Zahlen für Italien und Spanien, wo keine Erstschätzung durchgeführt wird.
Gold konnte anfängliche Gewinne nicht halten und fiel zum Handelsende in Frankfurt in die Verlustzone. Zuletzt verbilligte sich der Preis einer Feinunze (31,1 Gramm) um 0,67 Prozent auf 4.318 US-Dollar. Im Börsenjahr 2025 hatte Gold deutlich besser abgeschnitten als viele Börsen, wurde aber nochmal merklich vom "kleinen Bruder" Silber übertrumpft.
(mit Material von dpa-AFX)



