Nestle ruft Babynahrung zurück
Zürich/London, 06. Jan (Reuters) - Der Nahrungsmittelriese Nestle hat einen großangelegten Rückruf von Säuglingsnahrung eingeleitet.
Betroffen seien bestimmte Chargen von Produkten der Marken Beba und Alfamino, hieß es in einer Mitteilung von Nestle Deutschland. "Nach der Feststellung eines Qualitätsproblems bei einer Zutat eines führenden Lieferanten führt Nestlé derzeit Prüfungen für alle potenziell betroffenen Säuglingsnahrungsprodukte durch", wie der Konzern in einer separaten Stellungnahme am Dienstag erklärte. Ein Nestle-Sprecher ergänzte, der Rückruf fine in mehreren Ländern auf mehreren Kontinenten statt. In Europa gehörten neben Deutschland auch Österreich, die Schweiz und Großbritannien dazu.
Der Rückruf sei eine Vorsichtsmaßnahme, da eine Zutat eines Zulieferers, die in den betroffenen Chargen verwendet worden sei, möglicherweise den von Bakterien produzierten Giftstoff Cereulid enthalte, so Nestle. Das Gift kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und starke Müdigkeit auslösen. Bislang sind Nestle zufolge keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bestätigt worden.
"Insgesamt betrifft der Rückruf über 800 Produkte aus mehr als zehn Nestlé-Werken – es ist die größte Rückrufaktion in der Unternehmensgeschichte", hieß es in einer Mitteilung des österreichischen Gesundheitsministeriums. Ein Nestle-Sprecher konnte diese Angaben nicht bestätigen.
(Bericht von Oliver Hirt und Alexander Marrow, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

