Dax Tagesrückblick 12.01.2026

Dax schraubt Bestmarke auf über 25.400 Punkte hoch - Autotitel unter Druck

onvista · Uhr
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Dax ausgeschrieben vor leuchtendem Hintergrund
Quelle: Сake78 (3D & photo)

Trotz geopolitischer Risiken hat der Dax seine Rekordjagd am Montag fortgesetzt. In der Spitze stieg der deutsche Leitindex erstmals bis auf 25.421 Punkte und schloss letztlich 0,57 Prozent höher bei 25.405 Zählern.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte zum Wochenstart 0,48 Prozent auf 32.320 Punkte zu. Wichtiger Kurstreiber bleibt die Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft dank eines immensen Infrastruktur-Pakets.

Selbst die Eskalation der Lage im Iran und schwächelnde US-Börsen schreckten die Anleger kaum ab.Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners hält den Dax inzwischen technisch für "massiv überkauft". Von Dienstag an stehe den Börsen nun "so etwas wie 'die Woche der Wahrheit' bevor", schrieb er.

Zunächst startet in den USA und bald darauf auch hierzulande die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025. Dann müsse sich zeigen, ob die steigenden Aktienkurse auch von steigenden Unternehmensgewinnen gestützt würden. Außerdem stehen US-Inflationsdaten auf der Agenda, die für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed ein wichtiges Indiz sind.

Derweil nimmt der Streit zwischen Fed-Chef Powell und US-Präsident Trump Fahrt auf. Powell wies strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurück. "Die feine Linie der Unabhängigkeit zwischen Regierung und Notenbank erodiert mit jedem direkten Eingriff Trumps und die Kapitalmärkte scheinen erst langsam zu erkennen, welche Folgen dies langfristig haben könnte", mahnte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.

Drohende Anklage gegen Chef der US-Notenbank
Jerome Powell wehrt sich und spricht von Einschüchterungsversuch12.01.2026 · 13:20 Uhr · dpa-AFX
Jerome Powell wehrt sich und spricht von Einschüchterungsversuch

FMC und Fresenius gefragt

Bevor erste US-Banken, angeführt von der Branchengröße JPMorgan, ihre Quartalszahlen vorlegen werden, blieb es hierzulande recht ruhig. Im Dax setzten sich FMC an die Spitze und stiegen um etwa 3,1 Prozent. Die Beschleunigung des Aktienrückkaufprogramms wirke als Katalysator für die Bewertung der Aktie des Dialysespezialisten, hieß es von MWB Research, die das Papier nun zum Kauf empfehlen. Fresenius als größte Einzelaktionärin profitierten mit von den Kursgewinnen von FMC und stiegen um rund drei Prozent.

Beiersdorf profitierten mit plus 2,8 Prozent von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Die Aussichten für Europas Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzerne blieben durchwachsen, die meisten negativen Aspekte schienen jedoch bereits eingepreist zu sein, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Tom Sykes. Die größten Chancen sieht er bei Werten, bei denen aus seiner Sicht zu große Enttäuschungsrisiken im Vergleich zum Marktkonsens eingepreist sind, und jenen in einem umfassenden Turnaround.

Autotitel unter Druck: EU zeigt China-Herstellern Weg um Zusatzzölle

Autowerte indes wurden von den Anlegern geschmäht. Mercedes, VW und BMW verzeichneten minus 1,2 bis 1,9 Prozent Verlust. Im MDax büßten Porsche AG circa sechs Prozent ein. Eine neue Leitlinie der Europäischen Union für den Import von Elektroautos aus China belastete.

Die EU-Kommission zeigte chinesischen Autobauern einen Weg zur Vermeidung der 2024 eingeführten Zusatzzölle auf. Sie könnten sich verpflichten, für in die EU exportierte Fahrzeuge Mindestpreise festzusetzen, um sich die Preisaufschläge zu ersparen.

Im MDax setzten TKMS ihre Erholungsrally mit einem Plus von etwa 12,4 Prozent fort und haben seit Beginn des jungen Jahres bereits fast 40 Prozent zugelegt. Indien will in Zusammenarbeit mit TKMS in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht Milliarden Euro bauen. In Kürze wird die Unterzeichnung einer Vereinbarung erwartet, die auch ein Türöffner für weitere Kooperationen sein könnte.

Deutz auf höchstem Stand seit 2007

Deutz stiegen als Favorit im SDax um gut 5,6 Prozent auf den höchsten Stand seit 2007. Am Markt wurde auf Rüstungsfantasie verwiesen, denn der Motorenbauer sucht zunehmend auch im Rüstungsbereich seine Chance. Konzernchef Sebastian Schulte bekräftigte jüngst in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Transformation des Unternehmens. Obendrein setzt Deutz auf Geschäfte rund um Rechenzentren.

(mit Material von dpa-AFX)

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