Netzagentur legt Konzept für Abschaltung des DSL-Netzes vor

Reuters · Uhr
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Frankfurt, 19. Jan (Reuters) - Die Bundesnetzagentur hat ihre Vorschläge zu den Rahmenbedingungen für ein Ende des DSL-Netzes vorgelegt. Eine Abschaltung der Kupferleitungen in einer Region solle ⁠eingeleitet werden können, ‍sobald dort mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen mit Glasfaser bis ins Gebäude ("Fiber to the Home", FttH) versorgt sind, teilte die ‌Behörde am Montag mit. Dabei solle es keine Rolle spielen, welcher Netzbetreiber den Ausbau vorangetrieben habe. In bisherigen ‍Überlegungen war eine Abschaltung an einen entsprechenden Antrag der Deutschen Telekom gekoppelt, da sie die Eigentümerin des DSL-Netzes ist.

Für den Übergang zu Glasfaser schlägt die Netzagentur feste Fristen vor. So soll die Vermarktung von kupferbasierten Internetanschlüssen mindestens 24 Monate vor der Abschaltung enden. Voraussetzung für das Aus des Kupfernetzes ‍sei zudem, dass Wettbewerber diskriminierungsfreien Zugriff auf die ⁠neuen Glasfasernetze ("Open Access") erhielten. Zum Zeitpunkt der endgültigen Abschaltung müsse eine prinzipiell flächendeckende Glasfaserversorgung gewährleistet sein. Behördenchef Klaus Müller bezeichnete den Wechsel als "zukunftsorientiertes Internet-Upgrade für Deutschland". Verbraucher ‍müssten dabei frühzeitig informiert werden und auch in der Glasfaserwelt zwischen verschiedenen Anbietern wählen können.

Um das Konzept umzusetzen, sind der ⁠Netzagentur zufolge Gesetzesänderungen nötig. Gleichzeitig rief sie die Bundesregierung dazu auf, einen einheitlichen Plan für die Kupfer/Glasfaser-Migration zu erstellen. Er solle neben Start- und Endpunkt auch Meilensteine enthalten. Die in Deutschland aktiven Telekomfirmen können ‍bis zum 16. März Stellung zum ‌Konzept der Behörde nehmen.

Dem Branchenverband Breko zufolge waren Mitte 2025 rund 27 Prozent der deutschen Haushalte, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen an das Glasfasernetz angeschlossen. Die Quoten unterscheiden sich jedoch regional stark. Einer der Gründe für die vergleichsweise geringe Akzeptanz ist, dass für den Anschluss eines Gebäudes ans Glasfasernetz die Zustimmung der Eigentümer notwendig ist. Die Kosten für einen Umstieg stellen eine weitere Hürde dar. Die höheren Geschwindigkeiten der neuen Verbindungen spielen Experten zufolge für Endverbraucher meist ⁠nur eine untergeordnete Rolle.

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‍und Märkte).)

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