China verteidigt Rekordüberschuss - Will Weltmarkt und Weltfabrik sein
Davos/Berlin, 20. Jan (Reuters) - Die chinesische Regierung verteidigt den Rekordüberschuss des Landes im vergangenen Jahr gegen Kritik.
Sein Land habe nie absichtlich einen Handelsüberschuss angestrebt, sagte Vize-Ministerpräsident He Lifeng am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Volksrepublik steht international wegen ihres enormen Handelsüberschusses immer wieder in der Kritik. 2025 übertrafen die Exporte die Importe um den Rekordwert von 1,2 Billionen Dollar - trotz sinkender US-Ausfuhren infolge der von Präsident Donald Trump eingeführten hohen Zölle. Nach den Worten von He will China sowohl Weltmarkt als auch Weltfabrik sein. Das Land sei bereit, seine Importe "energischer" auszuweiten, sagte der Spitzenbeamte, der die Zollverhandlungen mit dem Erzrivalen USA geführt hat.
Nach Prognose der bundeseigenen Fördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) hat Deutschland im vergangenen Jahr ein Rekorddefizit im Handel mit der Volksrepublik erzielt. Demnach dürften die Importe aus China den Wert der dorthin exportierten Waren um rund 87 Milliarden Euro übertroffen haben. Das wären etwa 20 Milliarden Euro mehr als 2024. Das bislang höchste Handelsdefizit aus dem Jahr 2022 von gut 84 Milliarden Euro würde damit übertroffen. China stellt immer mehr Waren her, die früher aus Deutschland bezogen wurden. Zudem produzieren deutsche Unternehmen zunehmend vor Ort.
(Bericht von Selena Li und Rene Wagner, redigiert von Kerstin Dörr - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)


