Vom Tagestief erholt - Trump eskaliert nicht weiter - Conti-Aktie schwächelt

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch erleichtert auf das Ausbleiben einer weiteren Eskalation im Grönland-Konflikt durch US-Präsident Donald Trump reagiert. Der Dax, der mit 24.350 Punkten zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende Dezember gefallen war, erholte sich am Nachmittag deutlich. Mit einem Minus von 0,58 Prozent auf 24.560 Punkte ging er aus dem Tag.
Der MDax drehte ins Plus und schloss 0,46 Prozent höher auf 30.945 Zählern.Dass sich Trump während des Weltwirtschaftsforums in Davos "mehr über verlustbringende Windräder ausließ, statt in der Grönland-Frage zu eskalieren, hat am deutschen Aktienmarkt Schlimmeres verhindert", kommentierte Christine Romar, Europa-Chefin bei CMC Markets.
"Auch wenn Trump in seiner Rede von seinen Ambitionen bezüglich Dänemarks Territorium nicht abgerückt ist, sorgte zumindest der Ausschluss von militärischer Gewalt zur Erreichung seines Ziels für Erleichterung auf den Finanzplätzen rund um den Globus. Das Thema ist jetzt zwar nicht vom Tisch, aber der Zündstoff etwas herausgenommen.
"Marktexperte Timo Emden ergänzte: "Für die Märkte zählt aktuell weniger, was gesagt wird, sondern dass der Ton moderater ausfällt als befürchtet." Er warnte allerdings, dass sich die Börsen derzeit im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und Unsicherheit erholten und diese Erholung auf "tönernen Füßen" stehe, solange keine konkreten wirtschafts- oder handelspolitischen Maßnahmen folgten.
Erleichterung herrschte auch europaweit und jenseits des Atlantiks: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verringerte sein Minus auf 0,16 Prozent und schloss damit bei 5.882,88 Punkten. Außerhalb des Euroraums beendete der SMI den Tag nur minimal unter seinem Vortagesschluss, während der FTSE 100 seinen Schlussstand vom Dienstag leicht übertraf. In den USA legten die wichtigsten Indizes um rund ein Prozent zu.
Deutsche Bank und Commerzbank im Minus
Vor allem Finanzwerte haben am Mittwoch europaweit einen schweren Stand. Im Dax verzeichneten die Papiere der Deutschen Bank ein Minus von etwa 0,8 Prozent. Nur wenig besser ergeht es Papieren der Commerzbank, die um 0,7 Prozent fielen.
Mögliche neue US-Zölle könnten nach Einschätzung von Bundesbankpräsidenten Joachim Nagel Auswirkungen auf künftige Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben. "Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Zollverhandlungen werden einige Auswirkungen auf die Geldpolitik haben", sagte Nagel, der auch EZB-Ratsmitglied ist, dem US-Fernsehsender CNBC.
Continental-Aktie schwächelt trotz voraussichtlicher Zielerreichung
Continental verloren nach Eckdaten für das vierte Quartal 2025 zeitweise sogar bis zu 4,5 Prozent. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen auf Konzernebene sowie im Reifengeschäft 2025 voraussichtlich die angestrebten Ziele erreicht. Zuletzt verzeichneten die Aktien ein Minus von circa 1,1 Prozent. Bei ContiTech lag die Marge derweil wohl unter der Prognose.
Die Aktien von Qiagen gewannen derweil zwischenzeitlich weitere sieben Prozent, nachdem sie am Vortag kurz vor Handelsende bereits zweistellig angesprungen waren. Um den Diagnostikspezialisten ranken sich einmal mehr Übernahmespekulationen. Am Hoch seit einem Jahr war jedoch zunächst Schluss - das Kursplus schmolz auf 5,6 Prozent ab.
Empfehlung treibt Aixtron zweistellig nach oben
Die Aixtron-Aktien erholten sich nach einer Empfehlung von JPMorgan in der Spitze um fast 10,7 Prozent. Der Analyst Craig McDowell sieht den Chipausrüster vor einem breiten Aufschwung in allen Produktkategorien.
Redcare Pharmacy beschleunigte derweil mit einem Tief seit 2023 ihren Abwärtstrend wieder.
(mit Material von dpa-AFX)




