Dax Tagesrückblick 22.01.2026

Dax holt nach Zoll-Absage wieder auf - Gold kratzt an 4.900-Dollar-Marke

onvista · Uhr
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Quelle: Shutterstock.com/CryptoFX

Nach drei schwachen Tagen infolge des neuerlichen Zollschocks hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag klar erholt. Denn die Drohung durch neue US-Zölle gegen acht europäische Länder ist nach einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte wieder vom Tisch.

Der Dax verbesserte sich daher um 1,2 Prozent auf 24.856 Punkte. Von seinem jüngsten Rekord bei 25.507 Punkten war er durch den Streit um Grönland bis auf zeitweise 24.349 Punkte zurückgefallen. In der zweiten Reihe legte der MDax um 2,4 Prozent auf 31.687 Zähler zu. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex des Euroraums rückte um 1,3 Prozent vor.

Trump hat mit Rutte einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion gesteckt - daher sollen doch keine Zölle kommen. Nur wenige Stunden zuvor hatte das EU-Parlament im Gegenzug zu Trumps Drohung noch die Ratifizierung des Handelsdeals mit den USA gestoppt.

Analyst Alexander Krämer sprach von einer überraschend positiven Wendung auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, die einen transatlantischen Handelskrieg zunächst abgewendet habe. Dennoch blieben die Details vage und die zugrundeliegenden Spannungen bestehen, mahnte er. US-Präsident Donald Trump geht bei den erwarteten Gesprächen über Grönland davon aus, dass die Vereinigten Staaten einen unbegrenzten und dauerhaften Zugriff auf die weltgrößte Insel bekommen. Die Details müssten noch verhandelt werden, sagte er im Gespräch mit dem US-Sender Fox Business.

Autohersteller gefragt, Rüstungsaktien schwächelt

Insbesondere Autowerte wie VW, BMW und Mercedes reagierten mit deutlichen Gewinnen. Der europäische Auto-Branchenindex war am Montag auf das tiefste Niveau seit Oktober abgerutscht. VW überzeugte zudem bei der Kassenlage im Konzernbereich Automobile. Die Aktien gewannen an der Dax-Spitze über sechs Prozent. Mercedes und BMW traten aber ins untere Dax-Mittelfeld zurück und lagen zwischen 1,3 und 1,8 Prozent im Plus.

Bei der Deutschen Börse reagierten Anleger positiv auf das milliardenschwere Angebot für die Fondsplattform Allfunds. Die Aktien der Eschborner gewannen2,3 Prozent. Die Anleger setzen auf die versprochenen Synergien.

Aus den Rüstungswerten zogen sich einige Anleger im Zuge der leichten geopolitischen Entspannung zurück. Rheinmetall, Hensoldt und Renk gehörten zu den schwächsten Werten in Dax und MDax. Auch SAP fielen negativ auf mit einem Tief seit Sommer 2024. Die Aktien der Walldorfer leiden wie andere Softwareaktien schon länger unter der rasanten KI-Entwicklung und entsprechender Unsicherheit für das Wachstumsprofil.

Bei Carl Zeiss Meditec sorgten Signale für das Geschäftsjahr für Mollstimmung und einen zweistelligen Kursrutsch von 16,7 Prozent. Die Jenaer werden laut eigener Einschätzung nach einem überraschend schwachen Auftakt die Jahresziele voraussichtlich nicht erreichen.

Derweil schossen Ionos im Nebenwerteindex SDax um gut 4,3 Prozent hoch auf das Niveau von Mitte November. Der Umbruch des Internets, unter anderem durch agentische KI, sei eine Chance für den Webhoster, schrieb Stephane Beyazian von der Investmentbank Oddo BHF in seiner Empfehlung.

Gold strebt weiter aufwärts - 5.000-Dollar-Marke rückt näher

Der Kurs des Euro legte zu. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1728 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch unter 1,17 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1706 (Mittwoch: 1,1739) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8542 (0,8518) Euro.

Die Kehrtwende des US-Präsidenten Donald Trump im Streit um Grönland mit einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten hat dem Devisenmarkt keine neue Richtung gegeben. Der Euro machte seine leichten Verluste vom Vortag wett.

Unterdessen strebt Gold trotz der geopolitischen Entspannung weiter nach oben. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) erreichte in der Spitze 4.879 Dollar und notierte zum Handelsschluss in Frankfurt nur knapp darunter. Das entspricht einem Zuwachs von rund zwei Prozent, während sich Gold in Euro rund 1,4 Prozent verteuerte. Das Edelmetall ist unter Anlegern als "sicherer Hafen" gefragt und profitierte im Januar bislang vor allem von geopolitischen Spannungen. Dass der Preis nun weiter anzieht, zeugt davon, wie skeptisch die Anleger angesichts Trumps Rückzieher bei den Zöllen noch bleiben.

(mit Material von dpa-AFX)

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