Dax beendet Woche mit kleinem Plus - Silber knackt 100-Dollar-Marke

Der Dax hat zum Ende einer turbulenten Woche ein kleines Plus verbucht. Zum Handelsschluss lag der Leitindex 0,18 Prozent höher bei 24.900 Punkten. Auf Wochensicht hat er damit, inmitten kurzfristiger Zoll-Turbulenzen, rund 1,7 Prozent nachgegeben. Der MDax verbuchte mit plus 0,19 Prozent auf 31.746 Punkte einen ähnlichen hohen Zugewinn am Freitag. Der Euro Stoxx 50 verlor indes 0,13 Prozent.
Ermutigende Einkaufsmanagerindizes entpuppten sich nicht als Kurstreiber, obwohl sie aus Sicht von Marktbeobachter Andreas Lipkow weiter die These einer möglichen konjunkturellen Erholung im neuen Jahr untermauerten. Zeitweise war der Dax im Wochenverlauf bis auf 24.349 Punkte gesunken und hatte seit dem Rekord der Vorwoche bei 25.507 Zählern dabei 4,5 Prozent abgegeben. Auslöser war eine Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump, die nach einer Einigung im Grönland-Konflikt inzwischen aber wieder vom Tisch ist.
"Die Kurse treten auf der Stelle, weniger aus Gelassenheit als aus Vorsicht", kommentierten die Experten von Index Radar. Nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos werde zwar Entspannung eingepreist, jedoch ohne belastbares Fundament. Konkrete Inhalte des Grönland-Abkommens fehlten bislang - "und genau diese Leerstelle macht die Märkte nervös", ergänzten die Fachleute. Daher sei es nicht verwunderlich, falls bereits am Wochenende neue Unruhe aufkomme.
Adidas auf Mehrjahres-Tief, Siemens Energy wieder auf Rekordjagd
Am Dax-Ende lagen Adidas mit rund sechs Prozent Kursminus auf dem tiefsten Niveau seit fast drei Jahren. Die kanadische Bank RBC strich ihre positive Empfehlung für den Sportartikelhersteller. Adidas schlage sich in einem recht schwierigen globalen Umfeld gut, doch die Markterwartungen für 2026 seien hoch, schrieb der Analyst Piral Dadhania.
BASF verfehlte derweil mit den Eckdaten für 2025 die Erwartungen. Die Aktien lagen zum Handelsschluss rund ein Prozent im Minus, erholten sich damit aber bereits wieder vom Tagestief.
Den Dreh ins Plus schafften derweil schwach gestartete Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen am Freitag Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA über ein mögliches Kriegsende reden. Rüstungswerte reagieren üblicherweise negativ auf neue Verhandlungsansätze. Im Fokus steht aber der milliardenschwere Börsengang des tschechischen Rüstungskonzerns Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam. Er verlief sehr erfolgreich und sorgte so für eine gute Branchenstimmung.
Auf den vorderen Dax-Plätzen erzielte Siemens Energy wieder Rekorde. Die Aktie stieg bis auf eine Bestmarke bei 143 Euro. Die UBS vollzog eine Kehrtwende und empfahl nach bislang pessimistischer Einstufung die Aktie nun zum Kauf. Analyst Christopher Leonard liegt mit seinen operativen Ergebnisschätzungen für die Münchner bis 2030 nach eigener Aussage um bis zu neun Prozent über dem Konsens.
Im Nebenwerteindex SDax bauten Schaeffler ihre Rally auf das höchste Niveau seit 2018 aus. Analystin Vanessa Jeffriess vom fast gleichnamigen Analysehaus Jefferies empfahl die Aktien zum Kauf und setzt dabei auf das Geschäft mit humanoiden Robotern. Die Papiere zogen um über sieben Prozent an. Wacker Neuson brachen derweil um mehr als ein Fünftel ein. Die Aktionäre des Baumaschinenkonzerns müssen ihre Hoffnung auf eine Übernahme durch den südkoreanischen Mischkonzern Doosan Bobcat begraben.
Euro kaum verändert, Silber und Gold setzen Rally fort
Der Kurs des Euro trat praktisch auf der Stelle. Die europäische Gemeinschaftswährung verteidigte so ihre Vortagsgewinne. Am Nachmittag wurde der Euro zu 1,1750 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1742 (Donnerstag: 1,1706) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8516 (0,8542) Euro gekostet.
Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung. Am Donnerstag hatte der Euro noch von einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten profitiert, nachdem sich geopolitische Spannungen abgeschwächt hatten. Hintergrund ist die Kehrtwende von US-Präsidenten Donald Trump im Streit um Grönland. Trump hatte jüngste Drohungen mit neuen Zöllen zurückgenommen.
Silber setzte seine historische Rally fort. Am Freitag notierte der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) erstmals überhaupt über der Marke von 100 US-Dollar, dank eines Kurssprungs von 4,6 Prozent. In Euro gerechnet verteuerte sich der "kleine Bruder" des Golds noch um 3,5 Prozent. Seit Jahresbeginn hat Silber damit nun schon fast 40 Prozent zugelegt.
In deutlich gemächlicherem Tempo ging es bei Gold bergauf. Hier stieg der Unzenpreis um 0,3 Prozent auf 4.973 US-Dollar. In Euro gerechnet fiel das Plus vergleichbar hoch aus. Gleichwohl arbeitet sich der Preis damit ebenfalls an die nächste runde Marke von 5.000 Dollar heran. Beiden Edelmetallen hilft dabei die Suche von Anlegern nach "sicheren Häfen" für ihr Geld. Die jüngsten Zoll-Turbulenzen sind zwar ausgestanden, eine gewisse Skepsis unter den Investoren bleibt aber spürbar.
(mit Material von dpa-AFX)





