SPD in NRW schickt Jochen Ott ins Rennen gegen Wüst
Düsseldorf/Berlin, 23. Jan (Reuters) - Die SPD in Nordrhein-Westfalen will mit ihrem Fraktionschef Jochen Ott als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2028 ziehen.
Ott solle im einstigen SPD-Stammland gegen den CDU-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst antreten, bestätigte die Landes-SPD am Freitag nach einer Sitzung des Parteipräsidiums. Der 51-jährige Oppositionsführer wurde dort Parteikreisen zufolge einstimmig nominiert. Die formelle Bestätigung der Spitzenkandidatur ist für einen Parteitag im Juni geplant.
Die Aufgabe für Ott gilt jedoch als schwierig. Bei der Landtagswahl 2022 war die SPD auf rund 27 Prozent der Stimmen abgerutscht, während die CDU auf knapp 36 Prozent kam. In jüngsten Umfragen lagen die Sozialdemokraten bei etwa 20 Prozent.
Ott kündigte an, den Fokus auf soziale Gerechtigkeit zu legen. Es sei ungerecht, wenn ein 40-Stunden-Job nicht mehr zum Leben reiche, Kinder in Armut aufwüchsen oder Familien wegen hoher Mieten ihre Heimat verlassen müssten, sagte er in einer Rede. "Politik kann sie ändern", erklärte Ott mit Blick auf diese Ungerechtigkeiten. Er warf der Landesregierung vor, zu reden, aber nicht zu handeln. "Ich will handeln."
Als Ministerpräsident wolle er Nordrhein-Westfalen zum "familienfreundlichsten Bundesland" machen und Familien "zeitliche, aber auch finanzielle Luft" verschaffen. Zudem setzte er auf Investitionen in Bildung, die er als "Investitionen in unseren wirtschaftlichen Erfolg" bezeichnete. Mit einem "Bündnis für Arbeit" aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik wolle er Arbeitsplätze sichern und Innovationen von Wasserstoff bis Künstlicher Intelligenz voranbringen. Auch die Kommunen müssten gestärkt und die Infrastruktur modernisiert werden.
(Bericht von: Markus Wacket; redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



