TikTok wendet US-Verbot mit neuem Gemeinschaftsunternehmen ab

Reuters · Uhr
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Washington, 23. Jan (Reuters) - Der chinesische Internetkonzern ByteDance hat das drohende Aus für seine Video-App TikTok in den USA mit der Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens abgewendet.

Die neue Firma werde ⁠mehrheitlich von US-amerikanischen und ‍internationalen Investoren gehalten, teilte ByteDance am Donnerstag mit. Damit erfüllt der Konzern die Auflagen eines im April 2024 verabschiedeten US-Gesetzes, das einen Verkauf ‌der US-Sparte oder ein Verbot der App forderte. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Einigung als Erfolg.

Den Angaben zufolge halten ‍externe Investoren künftig 80,1 Prozent an dem neuen Unternehmen, während ByteDance mit 19,9 Prozent beteiligt bleibt. Zu den drei Hauptinvestoren gehören der US-Softwarekonzern Oracle, der Finanzinvestor Silver Lake und die Investmentfirma MGX aus Abu Dhabi. Sie übernehmen jeweils 15 Prozent der Anteile. Ziel der Struktur ist die Sicherung der Daten von mehr als ‍200 Millionen US-Nutzern. Diese sollen künftig in der Cloud ⁠von Oracle gespeichert werden. Zudem werde das Joint Venture den Empfehlungsalgorithmus für den US-Markt kontrollieren, neu trainieren und testen.

Trump bezeichnete die Investoren in einem Social-Media-Beitrag als "großartige amerikanische Patrioten". Zudem ‍dankte er dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping für dessen Zustimmung zu dem Deal. Die Einigung markiert das Ende eines jahrelangen Tauziehens, ⁠das 2020 in Trumps erster Amtszeit begonnen hatte. Zuletzt hatte sich der Präsident jedoch für die vor allem bei Jugendlichen beliebte App ausgesprochen, die er auch im Wahlkampf nutzte und der er einen Anteil an seinem ‍Wahlsieg zuschreibt. Ein Vertreter des Weißen Hauses ‌bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass sowohl die US-Regierung als auch Peking dem Deal zugestimmt hätten.

An die Spitze des neuen Unternehmens rückt der bisherige TikTok-Manager Adam Presser. TikTok-Chef Shou Chew erhält einen Sitz im Verwaltungsrat. Weitere Details zur genauen geschäftlichen Aufteilung zwischen dem Joint Venture und ByteDance wurden zunächst nicht bekannt. Reuters hatte im September unter Berufung auf Insider berichtet, dass ByteDance die Kontrolle über die umsatzstarken Bereiche wie E-Commerce und Werbung behalten wolle, während das Joint Venture als technischer Dienstleister fungiere.

(Bericht von ⁠David Sheapardson, bearbeitet von Alexandra Falk und Sabine Wollrab, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‍und Märkte).)

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