Dax dreht ins Plus - Halbleiteraktien und Edelmetalle schwach

In einem von massiven Kursverlusten an den Edelmetall-Märkten geprägten Umfeld hat der Dax am Montag nach einer schwachen Eröffnung ins Plus gedreht und notierte eine Stunde nach Handelsbeginn 0,07 Prozent höher. Zunächst hatte der Index knapp 200 Punkte im Minus gelegen.
Wesentlicher Auslöser des jüngsten Einbruchs bei den Preisen von Gold, Silber und Kupfer war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.
Halbleiteraktien korrigieren
In einem schwachen Börsenumfeld sind die konjunktursensiblen Halbleiterwerte am Montag europaweit unter Druck geraten. Infineon war mit einem Abschlag von 2,7 Prozent größter Verlierer im deutschen Leitindex nach der ersten Handelsstunde.
ASML und BE Semiconductor verzeichneten Abschläge von gut drei Prozent, liegen damit 2026 aber immer noch rund 28 Prozent sowie knapp 20 Prozent im Plus. Bereits in Asien waren zuvor sehr stark gelaufene Papiere aus der Halbleiterbranche eingeknickt: In Südkorea etwa rutschten Samsung Electronics und SK Hynix deutlich ab. Auslöser war die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Chef der US-Notenbank Fed durch Präsident Donald Trump.
Gold und Silber geben nach
Warsh gilt eigentlich als sogenannter Falke, der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um so die Inflation in den Griff zu bekommen. Zinssenkungsfantasien erhielten dadurch einen Dämpfer. In der Folge brachen die Preise für Gold und Silber ein - allerdings waren sie zuvor - auch getrieben von immer mehr Spekulanten - auch massiv gestiegen. Börsianer sprechen daher eher vom Ablassen heißer Luft, als von einem echten Trendwechsel.
Spekulanten, die mit Kredit auf einen noch höheren Goldpreis gesetzt hatten, geraten durch den Preisverfall unter Druck und müssen Positionen verkaufen, um eine zu große Schieflage zu verhindern. Gerade Hedgefonds können daher gezwungen sein, auch Teile ihrer Anlagen wie Aktien zu veräußern. Damit setzen die Turbulenzen an den Metallmärkten auch Aktienmärkte zumindest vorübergehend unter Druck.



