Henry Philippson

Es kam wie es kommen musste. Nach der maßlosen Übertreibung auf der Oberseite - die bereits heute vor einer Woche an die Gamestop-Manie von 2021 erinnerte - bekamen die völlig wild gewordenen Edelmetall-Bullen am vergangenen Freitag die Quittung: Der Silberpreis verzeichnete den größten prozentualen Tagesverlust der Geschichte und zwischen dem Tageshoch beim Goldpreis von 5.451 Dollar und dem Tagestief bei 4.682 Dollar lagen exakt 769 Dollar, also mehr als 15 Prozent.
Die Skepsis aus der vergangenen Woche war somit durchaus angebracht:
“Der Goldpreis-Anstieg mag fundamentale Gründe haben, die Kursbewegungen der vergangenen Tage mahnen allerdings klar zur Vorsicht...Fällt die Unterstützung, müssten die Gold-Optimisten dagegen eine größere technische Korrektur von mehreren hundert Dollar je Feinunze einplanen. Kaufkurse sind das hier und heute in jedem Fall nicht mehr.“
Wie geht's nun weiter aus charttechnischer Sicht?
Ist die Rally erst einmal vorbei?
Nach dem scharfen Kursrutsch vom Freitag und der Fortsetzung auf der Unterseite zu Wochenbeginn erholte sich das Edelmetall ausgehend vom Wochentief knapp oberhalb von 4.400 Dollar je Feinunze bereits schon wieder um mehr als 500 Dollar oder deutlich über zehn Prozent.
Diese erhöhte Volatilität im Goldpreis dürfte aller Voraussicht nach auch noch einige Tage anhalten und macht eine präzis(er)e Kursprognose derzeit eher schwierig bis unmöglich. Nach dem scharfen Abverkauf ist es in meinen Augen (aus charttechnischer Sicht!) allerdings recht unwahrscheinlich, dass die Vorwochenhochs in naher Zukunft erneut signifikant überwunden werden können - ein mehrmonatiger Bullenmarkt wird in der Regel nicht in nur zwei bis drei Handelstagen konsolidiert.
Entsprechend wird für die kommenden Tage und Wochen unterhalb von 5.500 Dollar tendenziell eine zweite Korrekturwelle in den Bereich 4.000 bis 4.400 Dollar wahrscheinlich. Sollte US-Präsident Donald Trump allerdings tatsächlich Raketen auf den Iran abfeuern lassen, ist dieses Szenario natürlich erst einmal hinfällig.






