Siemens Energy investiert eine Milliarde Dollar in USA

Reuters · Uhr
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- von Christoph Steitz

Frankfurt, 03. Feb (Reuters) - Der Energietechnikkonzern Siemens Energy investiert eine Milliarde Dollar in den Ausbau seiner US-Produktion für Stromnetz- und ⁠Gasturbinenkomponenten.

Der Münchener Konzern ‍reagiert damit auf den enormen Energiebedarf für Rechenzentren, die für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) benötigt werden. "Die USA sind ‌derzeit der heißeste Strommarkt der Welt", sagte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch der Nachrichtenagentur Reuters. "Und ich sehe nicht, ‍dass das aufhört." Der Markt sei bereits im vergangenen Jahr der größte für den Auftragseingang des Dax-Konzerns gewesen.

Die Pläne umfassen den Bau einer neuen Fabrik in Mississippi zur Herstellung von Stromnetz-Ausrüstung. Bruch zufolge wird dies die weltweit größte derartige Anlage von ‍Siemens Energy sein. Die Investition sei Teil ⁠eines Sechs-Milliarden-Euro-Programms. Ein großer Teil der Nachfrage wird von Rechenzentren angetrieben. "Wir haben rund 20 Gigawatt an Erzeugungsleistung für Rechenzentren, allein in den USA." ‍Dies umfasse sowohl Aufträge als auch Reservierungsvereinbarungen. Durch die Erweiterung in den USA, wo der Konzern ⁠22 Prozent seines Umsatzes erzielt, werde die weltweite Produktionskapazität für große Turbinen um etwa ein Fünftel erhöht. Durch die Investition würden mehr als 1500 Arbeitsplätze geschaffen. Siemens Energy beschäftigt ‍in den USA mehr als ‌12.000 Mitarbeiter an insgesamt 25 Standorten.

KI-BOOM ERHÖHT DEN STROMBEDARF

Große Tech-Konzerne wie Amazon oder Microsoft investieren Hunderte von Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren in den USA. Diese benötigen mehr Strom, als das veraltete Stromnetz des Landes liefern kann. Berichten der US-Regierung zufolge könnten Rechenzentren in zwei Jahren zwölf Prozent der US-Netzkapazität beanspruchen, was fast eine Verdreifachung gegenüber 2024 wäre.

(Bericht von Christoph Steitz, bearbeitet von ⁠Tom Kaeckenhoff, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‍Märkte).)

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