Dax gibt Anfangsgewinne wieder ab - Novo Nordisk-Aktie verliert 17 Prozent

Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Nervosität der gestrigen Handelssitzung auf die heutige übertragen. Nach einem positiven Handelsstart gab der Dax deutlich nach in der ersten Handelsstunde und notiert aktuell bei 24.689 Punkten knapp 0,4 Prozent tiefer.
BASF-Aktien waren am Morgen größter Gewinner im Dax mit einem Aufschlag von über vier Prozent. Der Konsumgüterkonzern Henkel will sein Geschäft mit Beschichtungen durch die Milliarden-Übernahme des Unternehmens Stahl ausbauen. Henkel einigte sich mit der Holdinggesellschaft von Stahl auf einen Kaufpreis von 2,1 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte.
Für die Übernahme durch Henkel trennen sich der bisherige französische Mehrheitseigentümer Wendel, sowie die Miteigentümer BASF und Clariant von ihren Stahl-Anteilen. Voraussetzung für die Übernahme sind die üblichen behördlichen und kartellrechtlichen Genehmigungen, sowie die Einigung Stahls mit den Arbeitnehmervertretungen. Henkel machte keine Angaben dazu, wann mit einem Abschluss der Transaktion zu rechnen ist.
Novo Nordisk verliert zweistellig
Starke Konkurrenz für seinen Gewichtssenker Wegovy und das Diabetes-Mittel Ozempic bringt den Pharmakonzern Novo Nordisk weiter in Bedrängnis. Die Dänen gehen für 2026 von weniger Umsatz aus - es wäre der erste Rückgang seit fast einem Jahrzehnt. Zudem wird das US-Geschäft durch die Einigung des Konzerns mit der Trump-Administration getroffen, die Preise für seine Medikamente zu senken. Konzernchef Mike Doustdar sprach am Mittwoch in einer Telefonkonferenz von einem "nie dagewesenen Preisdruck".
Bei Investoren kam der Ausblick schlecht an. Der Aktienkurs brach ein. Die Ankündigung eines Aktienrückkaufs half der Stimmung nicht. In der Frühe ging es für die im Stoxx 50 notierten Papiere um 18 Prozent abwärts und damit auf ein Tief seit Ende November. Die Aktie hatte sich zuletzt deutlich erholt, nachdem sie binnen eines Jahres mehr als ein Drittel an Wert verloren hatte. Weit entfernt ist auch das Hoch aus dem Juni 2024 bei mehr als 1000 Kronen - aktuell kostet eine Aktie noch rund 300 Kronen.
Analysten hatten mit einem weitaus geringeren Rückgang gerechnet. Die Prognose der Dänen impliziere, dass bereinigter Umsatz, operatives Ergebnis und Ergebnis je Aktie um 7 bis 10 Prozent unter den jeweiligen Konsensschätzungen liegen dürften, kalkulierte etwa Graham Parry von der Citigroup. Auf ähnliche Berechnungen kam auch Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan.Für 2026 rechnet Novo Nordisk währungsbereinigt mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitgeteilt hatte. Novo verwies zur Begründung neben der Einigung in den USA auch auf das Auslaufen von Patenten für seinen Diabetes- und Abnehmwirkstoff Semaglutid in einigen Märkten.
Ölpreise steigen leicht - Persischer Golf im Fokus
Die Ölpreise sind am Mittwoch weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vortag hielten sich die Preisbewegungen aber in Grenzen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 67,64 US-Dollar. Das waren 31 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März stieg um 37 Cent auf 63,58 Dollar.
Am Vortag waren die Ölpreise jeweils mehr als einen Dollar je Barrel gestiegen, nachdem der Abschuss einer iranischen Überwachungsdrohne durch die USA bekannt geworden war. Trotz der angespannten Situation seien weiterhin Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geplant, machte eine US-Regierungssprecherin klar.
Darüber hinaus haben sich iranischen Schiffen in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus am Persischen Golf einem Ölanker unter US-Flagge genähert. Der Tanker sei während der Durchfahrt durch die Meerenge "belästigt" worden, teilte das US-Zentralkommando mit.Die Zwischenfälle im Persischen Golf hätten deutlich gemacht, wie angespannt die Lage sei und wie schnell die Dinge unbeabsichtigt außer Kontrolle geraten könnten, sagte Experte Saul Kavonic vom australischen Finanzdienstleister MST Marquee. Er schätzte die geopolitische Risikoprämie für Ölpreise auf 5 bis 10 Dollar pro Barrel im Falle möglicher US-Angriffe auf den Iran.Gestützt wurden die Ölpreise auch durch die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA. Der Interessenverband American Petroleum Institute (API) hatte in der vergangenen Woche einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um 11,1 Millionen Barrel gemeldet. Ein Rückgang der Ölreserven in der größten Volkswirtschaft der Welt geben den Ölpreisen in der Regel Auftrieb. Die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung werden am Nachmittag erwartet. (mit Material von dpa-AFX)


