China: Offen für Dialog mit Litauen nach Einlenken im Taiwan-Streit

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Peking/Taipeh, 06. Feb (Reuters) - China hat Litauen nach einer Kurskorrektur der Regierung im Streit in der Taiwan-Frage einen Dialog angeboten.

"Die Tür für die ⁠Kommunikation zwischen China ‍und Litauen bleibt offen", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, am Freitag in Peking. "Wir hoffen, dass Litauen ‌seine Bereitschaft zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen in konkrete Taten umsetzt und seinen Fehler umgehend ‍korrigiert." Zuvor hatte die neue litauische Ministerpräsidentin Inga Ruginiene die Entscheidung aus dem Jahr 2021, die Eröffnung einer diplomatischen Vertretung im Land unter dem Namen "Taiwan" zu gestatten, als "Fehler" bezeichnet.

Der Streit darüber hatte die Beziehungen zwischen den beiden Ländern schwer belastet. Die Regierung ‍in Peking betrachtet das demokratisch regierte Taiwan ⁠als Teil ihres Staatsgebiets und schließt eine militärische Eroberung nicht aus. Sie untersagt Ländern, mit denen sie diplomatische Beziehungen unterhält, die Aufnahme staatlicher ‍Kontakte zu Taipeh.

China und Litauen hatten sich diplomatisch überworfen, nachdem der baltische Staat 2021 dem von China ⁠beanspruchten Taiwan die Eröffnung einer De-facto-Botschaft erlaubt hatte. Die Benennung der Vertretung als "taiwanisch" statt wie international üblich als "Taipeh"-Büro wertete China als Anerkennung der Eigenstaatlichkeit Taiwans. Peking verhängte in der ‍Folge Sanktionen gegen litauische Banken. "Ich ‌glaube, Litauen ist da wirklich vor einen Zug gesprungen und hat verloren", sagte Ruginiene, die seit vergangenem September im Amt ist, in einem Interview.

Das Außenministerium in Taipeh teilte hingegen zuletzt mit, der Name der Vertretung sei mit der litauischen Regierung vereinbart worden. Taiwan und Litauen seien wichtige Partner, die Werte wie Freiheit und Demokratie teilten. Man werde die enge Abstimmung fortsetzen, um die Beziehungen zu vertiefen.

(Bericht ⁠von Joe Cash und Ben Blanchard, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Sabine Ehrhardt - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‍berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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