Deutsche Produktion schrumpft zum Jahresende deutlich: "Nur kurze Atempause"

Reuters · Uhr
Artikel teilen:

Berlin, 06. ⁠Feb (Reuters) - Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion trotz verbesserter Auftragslage im Dezember spürbar gedrosselt.

Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,9 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag ‌mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 0,3 Prozent gerechnet, nach einem Zuwachs von ⁠revidiert ⁠0,2 (vorläufiger Wert: 0,8) Prozent im November. Mit den vorliegenden Produktionszahlen habe sich die Industriekonjunktur zum Jahresende wieder etwas eingetrübt, konstatierte das Wirtschaftsministerium. Angesichts der spürbaren Produktionsausweitung in den Vormonaten sei der Rückgang im Dezember jedoch eher als Pause zu ‌sehen.

"Der zuletzt kräftige, vor allem vom Inland ‌getragene Anstieg der Auftragseingänge deutet auf eine fortgesetzte Erholung der Industrieproduktion in den kommenden Monaten hin", teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und ⁠Energie weiter mit. Gut gefüllte Auftragsbücher sprechen nach Ansicht des ‌Chefvolkswirts Alexander Krüger von der ⁠Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank für eine "nur kurze Atempause". Sollten die Aufträge zügig abgearbeitet werden, dürften sich demnach belebende Impulse durchsetzen. Im Gesamtjahr 2025 schrumpfte die Produktion hierzulande ‌um 1,1 Prozent.

Die Industrie allein ⁠stellte im Dezember 3,0 Prozent ⁠weniger her als im Vormonat. Sie hatte zuvor vier Monate in Folge mehr Neuaufträge an Land gezogen, begünstigt zuletzt auch durch Großaufträge für die Aufrüstung. In der Automobilindustrie ging die Produktion im Dezember um 8,9 Prozent zurück, im Maschinenbau um 6,8 Prozent. Die Energieerzeugung verringerte sich im Dezember um 1,8 Prozent. Die Baubranche erhöhte ihre Produktion um ⁠3,0 Prozent.

(Bericht von Rene Wagner und Reinhard Becker, redigiert von Kerstin Dörr - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‌berlin.newsroom@thomsonreuters.com)