Insider: Chevron will beim Rennen um ausländische Lukoil-Assets mitmischen

Reuters · Uhr
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06. Feb (Reuters) - Der ⁠US-Ölkonzern Chevron ist Insidern zufolge eines von mindestens zwei Unternehmen, die trotz der vorläufigen Einigung mit dem Finanzinvestor Carlyle weiter um die ausländischen Vermögenswerte von Lukoil buhlen.

Chevron verhandele gemeinsam mit dem Investor Quantum Energy Partners sowohl mit ‌dem russischen Konzern als auch mit der US-Regierung, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist definitiv noch keine beschlossene Sache", ⁠sagte einer ⁠der Insider. Carlyle beginne erst jetzt mit der genauen Prüfung der Bücher. "Der Wind kann sich bei diesem Deal noch drehen." Lukoil erklärte, man sei weiter in Gesprächen mit anderen möglichen Käufern. Quantum und Chevron lehnten einen Kommentar ab.

Der russische Ölkonzern steht unter enormem Zeitdruck: Das US-Finanzministerium hat ‌eine Frist bis zum 28. Februar gesetzt, ‌um die Vermögenswerte zu veräußern. Die Sanktionen waren verhängt worden, um Moskau zu einem Friedensabkommen mit der Ukraine zu bewegen. Carlyle hatte sich Ende Januar bereit ⁠erklärt, die ausländischen Lukoil-Vermögenswerte zu übernehmen. Den Insidern zufolge ist der Finanzinvestor ‌dafür in Gesprächen über eine Partnerschaft mit ⁠einer Gruppe von Staatsfonds aus Abu Dhabi - Mubadala, XRG und IHC. Diese seien vor allem an der Handelssparte Litasco interessiert. Das Gesamtpaket, das auch Ölfelder im Irak und Raffinerien in Osteuropa umfasst, ‌wird auf rund 22 Milliarden Dollar ⁠geschätzt.

Neben Chevron ist auch eine Gruppe ⁠um die Investmentbank Xtellus weiterhin im Rennen. Das Konsortium schlägt vor, den Kaufpreis mit eingefrorenen Lukoil-Aktien von US-Investoren zu begleichen. Dies könnte jedoch an den strikten Auflagen scheitern: Die US-Sanktionsbehörde OFAC verlangt, dass der Verkaufserlös auf ein Konto unter US-Gerichtsbarkeit fließt und dort eingefroren bleibt, bis die Sanktionen fallen. Zudem ist für jeden Deal auch grünes Licht aus dem Kreml und von der russischen Zentralbank erforderlich.

(Bericht von Anna ⁠Hirtenstein, geschrieben von Sabine Wollrab, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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