Thyssenkrupp Steel verkauft HKM-Anteil an Salzgitter

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Düsseldorf, 06. ⁠Feb (Reuters) - Der kriselnde Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) hat mit dem Konkurrenten Salzgitter eine Einigung die Zukunft der gemeinsamen Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) erzielt. Die Unternehmen hätten sich nach intensiven Verhandlungen unter Vermittlung des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch auf einen Verkauf der HKM-Gesellschaftsanteile von Thyssenkrupp ‌Steel an die Salzgitter AG zum 01.Juni 2026 verständigt, wie die Firmen am Freitag mitteilten. Die Belieferung von Thyssenkrupp Steel durch HKM werde schon Ende 2028 auslaufen ⁠statt wie bisher ⁠geplant Ende 2032.

Die Vereinbarung dürfte auch bei den Gesprächen mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über eine Übernahme von Thyssenkrupp Steel Europe für etwas mehr Klarheit sorgen. Über die Verhandlungen war es zuletzt ruhig geworden. Jindal hatte im September vergangenen Jahres ein unverbindliches Angebot vorgelegt.

Über die im Eckpunktepapier vereinbarten finanziellen Details zur Entflechtung der bislang ‌geltenden vertraglichen Beziehungen sei Stillschweigen vereinbart worden.

ZUSTIMMUNG AUCH ‌VON DER IG METALL

Thyssenkrupp Steel Europe hält bislang 50 Prozent an dem Unternehmen, Salzgitter 30 Prozent und der französische Röhrenhersteller Vallourec 20 Prozent. HKM beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter, womit bei TKSE ⁠rund 1500 Stellen wegfallen. Der größte deutsche Stahlkocher hat angekündigt, in den kommenden Jahren ‌bis zu 11.000 seiner 26.000 Stellen zu ⁠streichen oder auszulagern.

Die Umsetzung der Vereinbarung hänge von der Zustimmung der relevanten Gremien bei Salzgitter und der positiven Bewertung eines Fortführungsgutachtes ab, das die Salzgitter AG bereits beauftragt habe, erklärten die Unternehmen. Auch Vallourec müsse dem Verkauf seiner ‌Anteile an die Salzgitter AG zustimme.

"Diese Vereinbarung ⁠ist ein wichtiges Etappenziel und bringt ⁠uns auf dem Weg ein gutes Stück weiter, für HKM eine gute industrielle Zukunft zu erarbeiten", erklärte Salzgitter-Chef Gunnar Groebler. Sie schaffe "Klarheit für alle Beteiligten in diesem Prozess und gibt den Mitarbeitenden von HKM eine positive Perspektive." Die Einigung sei ein wichtiger Meilenstein zur weiteren Umsetzung des industriellen Konzepts und damit zur zukunftsfesten Aufstellung von Thyssenkrupp Steel, betonte Unternehmenschefin Marie Jaronie. Ein positives Echo kam auch von der mächtigen IG Metall. "Die Fortführung von HKM ist ein gutes Signal für den Stahlstandort ⁠NRW", erklärte Bezirkschef Knut Giesler.

(Bericht von Tom Käckenhoff. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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