UniCredit legt die Latte höher - Milliarden für die Aktionäre
Mailand, 09. Feb (Reuters) - Die italienische Großbank UniCredit hat nach einem unerwartet erfolgreichen 2025 die Latte für die nächsten Jahre noch höher gelegt.
In diesem Jahr soll der Nettogewinn auf elf Milliarden Euro steigen, bis 2028 sogar auf 13 Milliarden, wie Vorstandschef Andrea Orcel am Montag ankündigte. Im abgelaufenen Jahr steigerte die zweitgrößte Bank des Landes den Gewinn um 14 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro und übertraf damit die Zehn-Milliarden-Marke, die sie sich erst für 2027 vorgenommen hatte. Dazu trugen auch die Beteiligungen an der Commerzbank (26 Prozent) und der griechischen Alpha Bank (29,8 Prozent) bei.
Grund für den unerwarteten Gewinnanstieg waren zum einen die Erträge aus den Beteiligungen, zum anderen Steuergutschriften von 336 Millionen Euro aus Verlusten in den Vorjahren. Die Aktie stieg am Montag um 4,5 Prozent auf den höchsten Stand seit 2009. Seit Orcels Amtsantritt 2021 hat sie ihren Kurs verneunfacht.
Zur Commerzbank gab sich Orcel in einem Interview mit dem Sender CNBC gelassen. Auf die Frage nach Komplettübernahmen von Banken sagte er: "Wir glauben, dass das zur rechten Zeit, wenn die Umstände stimmen, passieren wird - auf die richtige Weise. Und wenn nicht, haben wir genügend anderes zu tun." Die Führung der Commerzbank stemmt sich mit Unterstützung der Bundesregierung gegen eine Übernahme durch UniCredit. Mit Blick auf die Alpha Bank sagte er, an der starken Partnerschaft, die mit dem Einstieg unterlegt sei, solle sich vorerst nichts ändern. Die Analysten von Mediobanca haben das Vorgehen des Ex-Investmentbankers Orcel, bei anderen Banken und Finanzinstituten einzusteigen, ein "Beteiligungsspiel" genannt.
Aus den Beteiligungen an der Commerzbank und der Alpha Bank rechnet UniCredit bis 2028 mit zusätzlichen Erträgen von einer Milliarde Euro. Im vergangenen Jahr sanken die Einnahmen wegen fallender Zinsmargen und Hedging-Kosten um 1,4 Prozent auf 23,9 Milliarden. Allein die Kosten für Kurssicherungsgeschäfte, um von einem Aktienverfall bei Commerzbank oder Alpha Bank nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, drückten das Ergebnis um 240 Millionen Euro. Bis 2028 will Orcel die Erträge auf bis zu 27,5 Milliarden Euro treiben, für dieses Jahr sind mehr als 25 Milliarden geplant.
"UniCredit unlimited" (UniCredit unbegrenzt) lautet Orcels Motto für die nächsten Jahre. Die Aktionäre sollen trotz der milliardenschweren Investments nicht zu kurz kommen. Orcel will in den kommenden drei Jahren insgesamt 30 Milliarden Euro ausschütten, in den nächsten fünf 50 Milliarden. 2025 hatte die Bank 9,5 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgekehrt, jeweils zur Hälfte in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen.
ORCEL DRÜCKT WEITER AUF DIE KOSTEN
Um die Gewinne zu steigern, drückt die Bank weiter auf die Kostenbremse. Die Kostenquote soll von 38 Prozent im vergangenen Jahr auf 36 Prozent in diesem und auf 33 Prozent im übernächsten Jahr sinken. Eine Milliarde Euro hat UniCredit bereits für einen weiteren Stellenabbau zurückgestellt.
Beispielhaft für den Kurs von Orcel ist das Deutschland-Geschäft mit der HypoVereinsbank. Dort stiegen die Erträge um zwei Prozent auf 5,46 Milliarden Euro, während die Kosten um 3,9 Prozent fielen. Das trieb den Nettogewinn um 10,7 Prozent auf 1,88 Milliarden Euro.
(Bericht von Valentina Za, geschrieben von Ralf Banser, redigiert von Christian Rüttger - Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



