Commerzbank steckt Kosten für Stellenabbau weg - Gewinn über Erwartungen
(bereinigt Wortdoppelung in Überschrift)
München, 10. Feb (Reuters) - Mitten im Abwehrkampf gegen die italienische Unicredit hat die Commerzbank im vergangenen Jahr fast so viel Gewinn erwirtschaftet wie ein Jahr zuvor und schüttet diesen wie angekündigt komplett an die Aktionäre aus. Der Nettogewinn habe 2025 trotz hoher Restrukturierungskosten bei 2,63 (2024: 2,68) Milliarden Euro gelegen, teilte die Bank am Dienstag mit. Ohne diese Kosten - unter anderem für den Abbau von 3900 Stellen - wären es drei Milliarden Euro gewesen, 13 Prozent mehr als 2024 und so viel wie nie zuvor. Für den Umbau hatte sie bis Ende September bereits mehr als eine halbe Milliarde Euro zurückgestellt.
Im Herbst hatte die Commerzbank einen bereinigten Gewinn von 2,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Von der Bank befragte Analysten hatten rund 100 Millionen Euro weniger erwartet. "2025 war für die Commerzbank ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr, und wir möchten unsere Investoren an diesem Erfolg teilhaben lassen", sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp. Die Dividende soll um gut zwei Drittel auf 1,10 (0,65) Euro je Aktie steigen.
Zudem will die Commerzbank von Donnerstag an bis zum 26. März eigene Aktien im Wert von 540 Millionen Euro zurückkaufen. Es ist der sechste Rückkauf seit 2023. Die Aktien sollen später eingezogen werden. Insgesamt würde die Bank nach Abschluss des Rückkaufs gut vier Prozent der eigenen Aktien halten. Zusammen mit dem vorherigen, eine Milliarde Euro schweren Rückkaufprogramm, das im Dezember abgeschlossen wurde, erfüllt die Commerzbank damit ihr Versprechen, den bereinigten IFRS-Nettogewinn von 2,7 Milliarden Euro komplett an die Aktionäre auszuschütten.
Orlopp ist zum Erfolg verdammt. Je höher der Aktienkurs, desto schwieriger ist es für den ungeliebten Großaktionär UniCredit, die Commerzbank zu übernehmen. Die Bank ist an der Börse rund 40 Milliarden Euro wert, am Dienstag stieg die Aktie um 1,2 Prozent. UniCredit hält gut 26 Prozent der Aktien und hat sich den Zugriff auf weitere drei Prozent gesichert. Doch UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte sich am Montag betont gelassen gegeben. Wenn eine Komplettübernahme nicht gelinge, "haben wir genügend anderes zu tun", sagte er.
Im Kampf gegen die Italiener braucht die Commerzbank im nächsten Jahr einen neuen Risikovorstand. Der Österreicher Bernd Spalt, der das Amt erst vor gut zwei Jahren angetreten hatte, wolle seinen bis Ende dieses Jahres laufenden Vertrag nicht verlängern und nach Wien zurückkehren, teilte der Aufsichtsrat mit. Aufsichtsratschef Jens Weidmann sagte, Spalt habe der Bank "in einer herausfordernden Zeit Stabilität und Vertrauen gesichert". Der vormalige Chef der Erste Group Bank führte "ausschließlich persönliche Gründe" und Verantwortung gegenüber seiner Familie für seinen Abschied aus Frankfurt an.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Olaf Brenner.)

