AKTIE IM FOKUS: Erholungsgewinne von Commerzbank nach Ausblick wieder weg

dpa-AFX · Uhr
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Ausblick der Commerzbank auf das neue Jahr sowie das vollständige Zahlenwerk für 2025 haben die Aktien der Bank am Mittwoch zeitweise auf den tiefsten Stand seit November gedrückt. Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets sprach von "enttäuschten, hohen Erwartungen" angesichts insgesamt guter Zahlen.

Nachdem die Papiere im Verlauf des Vormittags bis auf 32,86 Euro abgesackt waren, erholten sie sich zuletzt etwas mit minus 4,9 Prozent auf 33,53 Euro. Dabei fanden sie Unterstützung an der 90-Tage-Durchschnittslinie, die als ein wichtiger mittelfristiger Trendindikator gilt. Im Dax blieben sie um die Mittagszeit dennoch das Schlusslicht.

"Die Zahlen waren grundsätzlich gut, aber die Erwartungshaltung einiger großer Marktteilnehmer war tatsächlich noch höher", kommentierte Lipkow die Verluste der Aktie. Damit treffe der Verkaufsdruck auf eine zugleich nachlassende Nachfrage durch fehlende Impulse. "Kurz gefasst: die guten Nachrichten werden verkauft", resümierte er.

Die Commerzbank habe für das vierte Quartal einen Vorsteuergewinn gemeldet, der 6 Prozent über der von der Bank zur Verfügung gestellten Konsensschätzung liege, schrieb UBS-Analyst Mate Nemes. Zudem hob er positiv hervor, dass plangemäß ausgefallene Zinserträge sowie etwas höhere Gebührenerträge bei zugleich geringer als erwarteten Kosten sich positiv auf die Erträge insgesamt ausgewirkt hätten. Sie seien ebenfalls besser gewesen, als Analysten im Schnitt erwartet hätten.

In dem von der Commerzbank erhöhten Ausblick sah er aber auch Schattenseiten. So soll der Überschuss zwar über die bisherige Zielmarke von 3,2 Milliarden Euro hinaus nach oben klettern, im Schnitt liege die Konsensschätzung aber rund 7 Prozent darüber, hob Nemes hervor.

"Unter dem Strich gibt es nicht viel Grund zu übermäßiger Freude", resümierte Analyst Krishnendra Dubey von der Barclays Bank. Letztlich hätten die Quartalszahlen die Erwartungen nur leicht übertroffen. Die Zielvorgaben für 2026 deckten sich zudem mit den Erwartungen, sodass sich an den Schätzungen am Markt nicht viel ändern dürfte.

Borja Ramirez Segura von der Citigroup merkte obendrein kritisch an, dass - obwohl Nettogewinn und harte Kernkapitalquote überraschend stark gewesen seien - die Prognose für Rückstellungen für Kreditausfälle (LLP) 2026 konservativ sei und daher hinterfragt werden könnte./ck/err/jha/

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